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Andacht 31.12.2014

31.12.2014 | von Martin Klingbeil

giftgruen | photocase.de

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Auch Omri tat, was der Herr verabscheute; er trieb es schlimmer als alle seine Vorgänger. 1. Könige 16,25 (Hoffnung für alle)

Das hört sich ja nicht wie ein schmeichelhafter Nachruf an! Der König Omri (er regierte 885–874 v. Chr.) kommt in dieser Beurteilung überhaupt nicht gut weg. Solche Beurteilungen finden sich regelmäßig am Ende der Geschichte jedes israelischen und jüdischen Herrschers im Buch der Könige.

Insgesamt 16 kurze Verse beschäftigen sich in der gesamten Bibel mit Omri – viel Gutes ist nicht dabei. Wenn man allerdings anfängt, in außerbiblischer Literatur nach Omri zu suchen, dann taucht sein Name überraschenderweise relativ häufig auf. Eine Inschrift auf der bekannten Mescha-Stele (dem Moabiterstein) aus dem Jahre 840 v. Chr. berichtet: „Omri war König über Israel und bedrängte Moab viele Tage.“ Der Schwarze Obelisk, ein Gedenkstein aus der Zeit des neu-assyrischen Königs Salmanassar (827 v. Chr.) beschreibt in Text und Bild, wie „Jehu, Sohn des Omris“ dem assyrischen König Tribut zahlte.
 
Ein Jahrhundert später wurde der assyrische König Sargon II. (722–705 v. Chr.) in zwei verschiedenen Inschriften mit dem Titel  „Eroberer Samariens und des gesamten Landes des Hauses Omris“ genannt. Das bedeutet, dass das Volk Israel für mehr als 150 Jahre mit dem Namen Omri in Verbindung gebracht wurde. Innen- und außenpolitisch muss er also einiges geleistet haben, um zu solch einem Status zu gelangen, der nur wenigen Königen von Israel und Juda in der altorientalischen Geschichtsschreibung zuteil geworden ist.

Ganz anders liest es sich in der Bibel. Das rückt unsere Kriterien für ein erfolgreich gelebtes Leben auf dramatische Weise zurecht. Während Omri es anscheinend zu einer historisch wichtigen Persönlichkeit brachte – und das sogar auf internationaler Ebene –, liest sich sein biblischer Nachruf eher bedrückend: „Omri tat, was der Herr verabscheute; er trieb es schlimmer als alle seine Vorgänger.“

Die letzten Tage eines Jahres eignen sich gut dafür, eine Art Zwischenbilanz unseres Lebens zu ziehen: Was sind unsere Ziele und Prioritäten? Wonach streben wir auf dieser Welt? Ist es Erfolg und Status oder sind es Werte, die auch Ewigkeitsbestand haben? Ich wünsche mir und dir, dass es unser lebendiges Verhältnis zu Gott ist, das uns zutreffend beschreibt und uns mit Zuversicht an der Schwelle zu einem neuen Jahr erfüllt.

© Advent-Verlag Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung

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