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Andacht 30.06.2016

30.06.2016 | von Rolf J. Pöhler

manun | photocase.de

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Seinen Freunden gibt [Gott] es im Schlaf. Psalm 127,2b

Wirklich? Weder die ungeliebten Hausaufgaben noch das schmutzige Geschirr in der Küche, weder die Gartenarbeit noch die fällige Wohnungsrenovierung werden von selber oder im Schlaf erledigt. Wenn es nur so einfach wäre! Dann lebten wir im Schlaraffenland, im Land der sieben Zwerge, in einer Phantasiewelt, aber nicht auf dieser - und nicht einmal auf der neuen Erde. Zwar arbeiten Spülmaschine und Wäschetrockner auch ohne unser Zutun, doch erst, nachdem wir sie entsprechend bestückt und in Gang gesetzt haben.

Nein, auch den Seinen gibt der Herr nicht einfach alles im Schlaf. Das will das Wallfahrtslied der Israeli­ten auch gar nicht sagen. Wörtlich heißt es dort nur: „Den Seinen gibt der Herr Schlaf.“ (Vgl. Anm. GNB)

Darin drückt sich die Erkenntnis aus, dass unser menschliches Bemühen ohne göttlichen Beistand ver­geblich, mit ihm dagegen erfolgreich ist. An Gottes Segen ist alles gelegen. Er schenkt Gelingen zu unse­rem Tun, er verwehrt zuweilen auch den gewünschten Erfolg. Selbst unser unermüdlicher Arbeitseifer än­dert daran nichts. Wir können den Erfolg nicht selber machen, unser Glück nicht erzwingen, den göttlichen Segen nicht auf Knopfdruck abrufen.

Nachdem wir unser Bestes geleistet haben, bleibt uns das Vertrauen, dass Gott selber gibt, was wir brau­chen und erhoffen. Er baut das Haus, das die Bauleute errichten. Er beschützt die Stadt, die die Wächter bewachen. Er sorgt für seine Gemeinde, für die wir Verantwortung tragen. In einer Art „Joint Venture“ hat jeder der Partner seine eigene Aufgabe und Funk­tion. Wir tun das Unsere, Gott tut das Seine.

Der amerikanische Erfinder und Industrielle George Eastman begründete 1888 mit der Kodak-­Kamera den weltweiten Siegeszug der Amateur­fotografie. Eastman entwickelte den Rollfilm und produzierte die „Kodak-Box“, die das Fotografieren kinderleicht machte. In einem Werbeslogan für seine neuartige Kamera versprach er: „Sie drücken den Knopf, wir machen den Rest.“ Auch im Zeitalter der Digitalkamera hat dieser Satz nichts an Bedeutung verloren. Exakt belichtete und gestochen scharfe Bil­der sind buchstäblich zum Kinderspiel geworden. Doch das Motiv aussuchen, die Kamera daraufhalten und auslösen müssen wir immer noch selbst.

Auch im übertragenen Sinn gilt: Wir drücken den Knopf, Gott macht den Rest. In dieser Gewissheit lässt es sich motiviert arbeiten und entspannt schla­fen.

© Advent-Verlag Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung

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