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Andacht 28.07.2016

28.07.2016 | von Günther Hampel

cydonna | photocase.de

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Sage nichts Unwahres über deinen Mitmenschen. 2. Mose 20,16 (Hoffnung für alle)

Durch die Gebote - soweit sie die mitmenschlichen Beziehungen betreffen - will Gott den Menschen vor Übergriffen bewahren. Das neunte Gebot ist von enormer Bedeutung, denn Worte haben eine unge­ahnte Macht.

Jakobus, ein Bruder von Jesus und Leiter der ers­ten Christengemeinde in Jerusalem, schrieb über die Zunge: „Genauso ist es mit unserer Zunge. So klein sie auch ist, so groß ist ihre Wirkung! Ein kleiner Funke setzt einen ganzen Wald in Brand. Mit einem solchen Feuer lässt sich auch die Zunge vergleichen. Sie kann eine ganze Welt voller Ungerechtigkeit und Bosheit sein. Sie vergiftet uns und unser Leben, sie steckt unsere ganze Umgebung in Brand, und sie selbst ist vom Feuer der Hölle entzündet.“ (Jak 3,5-6 Hfa)

Worte können trösten, aufrichten, zurechtbringen, glücklich machen - sie können aber auch verletzen, abstoßen, beleidigen, in die Irre führen, unglücklich machen oder vernichten. Die Versuchung ist groß, durch „Klatsch und Tratsch“ die eigene Selbstgefällig­keit zu befriedigen. Die Unterhaltung gewinnt an Spannung, wenn man über Abwesende herziehen oder Anwesende der Lächerlichkeit preisgeben kann. Irgendwie scheint es zu unserem Leben zu gehören, dass wir über andere reden und urteilen.

Im neunten Gebot ermahnt uns Gott zu verant­wortlichem Umgang mit unseren Worten. Ehe wir et­was über andere sagen, sollten wir bedenken: Warum will ich jetzt eigentlich reden? Diene ich damit der Wahrheit? Ist es notwendig? Hilft mein Reden jeman­dem? Liegt mir etwa nur daran, einen Sachverhalt subjektiv darzustellen oder gar negativ zu färben? Zeichne ich die Gestalt des anderen bewusst dunkel, damit ich mich vor diesem Hintergrund umso heller in Szene setzen kann?

Jesus warnt vor der Lust, über andere zu urteilen und sie mit Worten „hinzurichten“: „Urteilt nicht über andere, damit Gott euch nicht verurteilt. Denn so, wie ihr jetzt andere verurteilt, werdet auch ihr verurteilt werden. Und mit dem Maßstab, den ihr an andere legt, wird man euch selber messen.“ (Mt 7,1-2 Hfa)

Gott hat uns die Sprache gegeben, damit wir uns verständigen und einander aufrichten, trösten und ermutigen können. Es würde uns und anderen guttun, wenn wir von dieser Gabe häufiger in aufbauender Weise Gebrauch machten.

© Advent-Verlag Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung

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