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Andacht 29.07.2016

29.07.2016 | von Dietrich Müller

ig3l | photocase.de

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Als [Jesus] nun hörte, dass [Lazarus] krank war, blieb er noch zwei Tage an dem Ort, wo er war. Johannes 11,6

Manchmal gibt uns Gottes Handeln Rätsel auf. War­um reagiert Jesus auf die Mitteilung der akuten Krankheit seines Freundes so, dass er absichtlich sein Kommen hinausschiebt? Wie oft greift Gott „zu spät" ein und lässt das Leid geschehen?

Lazarus starb. Als Jesus erst nach vier Tagen ein­traf, waren die Schwestern des Verstorbenen irritiert und enttäuscht. Aber obwohl sich Marta die Bemer­kung „Herr, wärst du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben“ nicht verkneifen konnten (V. 21), war keine Bitterkeit aus ihren Worten zu hören.

So reagieren wir, wenn wir von einer schier gren­zenlosen Liebe und Hoffnung erfüllt sind, die uns - selbst wenn wir nicht alles verstehen - vor dem Zer­brechen bewahrt. Die Schwestern müssen gespürt haben, was Jesus zu seiner offensichtlich widersinni­gen Reaktion veranlasst haben mochte: „Jesus aber hatte Marta lieb und ihre Schwester und Lazarus.“ (V. 5) In diesem tiefen Wissen hatten sie auch ihre Mitteilung an Jesus gerichtet: „Herr, siehe, der, den du lieb hast, liegt krank.“ (V. 3)

Es ist gut zu wissen, dass Jesus Marta, Maria, Lazarus und wie sie alle heißen, bis heute, lieb hat. Aus dieser Kraft leben sie, aus diesem Wissen schöp­fen sie neue Kraft. Sie brauchen ihm nicht zu sagen, was er tun soll. Es genügt, wenn er ihre Not kennt. Liebe weiß, was zu tun ist und auch wann. Liebende wissen, dass der andere da ist, wenn man ihn braucht. Liebe kann warten und unterstellt dem anderen nur Gutes.

Als Marta schließlich Jesus gegenüberstand, fügte sich ihrem ersten Satz der Enttäuschung ein zweiter an: „Aber sogar jetzt weiß ich: Was du bittest von Gott, das wird dir Gott geben.“ (V. 22) Gleich darauf: „Ich weiß wohl, dass er auferstehen wird ...“ (V. 24) Und schließlich: „Ja, Herr, ich glaube, dass du der Christus bist ...“ (V. 27) Marta wusste um Hoffnung und Verheißung, aber sie verstand das Leben nicht. Ihr zweimaliges „Ich weiß“ wurde angesichts ihrer Lebenssituation zu einem „Ich glaube“.

Gerade in diesem Glauben liegt alle Kraft, die Christus handeln lässt und seine Größe und Schön­heit offenbart. „Ja, Herr, ich glaube, dass du der Retter bist.“ So schließt das Vertrauen die Lücken des Ver­stehens.

© Advent-Verlag Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung

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