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Andacht 31.08.2016

31.08.2016 | von Heidemarie Klingeberg

judigrafie | photocase.de

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Es erhob sich auch ein Streit unter [den Jüngern], wer von ihnen als der Größte gelten solle. [Jesus] aber sprach zu ihnen: „Die Könige herrschen über ihre Völker, und ihre Machthaber lassen sich Wohl­täter nennen. Ihr aber nicht so! Sondern der Größte unter euch soll sein wie der Jüngste, und der Vor­nehmste wie ein Diener.“ Lukas 22,24-26

Die Frage nach der höchsten politischen Position wirkte im Kontext des letzten Passahfestes, das Jesus mit seinen Jüngern feierte, unsensibel und taktlos. Während es ihrem Herrn angesichts seines nahenden Todes schwer ums Herz war, hatten seine Jünger keine anderen Sorgen, als sich um Posten in seinem Reich, dessen Gründung ihrer Meinung nach bevor­stand, zu streiten.

Jesus reagierte auf diese Auseinandersetzung mit deutlichen Worten, aber noch viel intensiver wirkte sein praktisches Beispiel. Auf einfühlsame Art und Weise gab er ihnen zu verstehen, wie sein Verständnis von wahrer Größe aussieht, und kehrte damit einmal mehr die gängigen Wertvorstellungen um. Er beschämte sie, indem er, der Schöpfer des Universums, Sohn des allmächtigen Gottes, sich herabbeugte, „Wasser in ein Becken goss“ (Joh 13,5) und Sklaven­arbeit verrichtete.

Während seine Jünger vor dem Festmahl auf den Sklaven warteten, der den Gästen üblicherweise die Füße wusch, ging der Herr selbst von einem zum anderen, um an jedem einzelnen von ihnen diesen Dienst zu verrichten - eine eindrucksvolle Predigt ohne Worte, die sie mit Sicherheit nie mehr vergessen sollten. Erstaunlicherweise berichtet nur der Apostel Johannes in seinem Evangelium von der Fußwaschung (Joh 13,4-14), obwohl Jesus auch seine Nachfolger aufforderte, sich gegenseitig die Füße zu waschen: „Ein Beispiel habe ich euch gegeben, damit ihr tut, wie ich euch getan habe.“ (V. 15)

Ein guter und persönlicher „Service“ ist heute mehr denn je gefragt. Auch das Ehrenamt gewinnt wieder an Bedeutung. Ehrenamtliche Helfer engagieren sich mit großem Einsatz, um ihren Mitmenschen zu „die­nen“. In diesem Dienst erleben sie Freude und Erfül­lung. Und jeder, der sich schon einmal völlig uneigen­nützig für Menschen eingesetzt hat, weiß, wie beglückend es ist, geholfen zu haben. So gibt Jesus uns ein eindrückliches Beispiel für die Bewertung wahrer Größe, für den sensiblen Umgang mit unseren Mitmenschen und für die Faszination des Dienens. Lassen wir uns heute auf diese Faszination ein!

© Advent-Verlag Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung

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