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Andacht 24.09.2016

24.09.2016 | von Dennis Meier

madochab | photocase.de

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Denn ihr seid teuer erkauft; darum preist Gott mit eurem Leibe. 1. Korinther 6,20

Es gab wohl in der Gemeinde in Korinth Leute, die wie manche Philosophen der Ansicht waren, dass der Leib nur zum äußeren Menschen gehöre und es deshalb untergeordnet sei, was dieser alles anstelle. Und man kann sich gleich denken, dass diese Argumentation von Männern kam, die sich dafür entschuldigen woll­ten, dass sie die Dienste von Tempelprostituierten in Anspruch nahmen. Wenn man Außen und Innen so trennt, kann man sich einiges erlauben. Vielleicht war es ein Racheakt der Frauen, als diese mit dem gleichen Argument sagten, dass man, wenn der Leib so un­wichtig sei, dann auch gar keinen Sex mehr brauche (vgl. 1 Kor 7,3). Die Männer meinten, sie seien durch ihr Handeln nicht unheiliger als vorher, und die Frauen, sie seien dadurch heiliger als vorher.

Paulus hielt dagegen: „Wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist?“ (1 Kor 6,19) Diese Aussage hat zwei Ebenen. Zum einen will sie vermitteln, dass Gott am ganzen Menschen interes­siert ist. Es geht nicht um den Triumph des Geistes über den Körper, sondern alle Aspekte des Lebens, das Leibliche inklusive, sind vom Evangelium erfasst.

Aber es geht noch tiefer, denn der Leib Christi ist für Paulus im eigentlichen Sinne die Gemeinde (vgl. 1 Kor 12,27). Es ging ihm nicht darum, dass der Kör­per des Einzelnen ein Tempel ist (dieses Missverständ­nis hat es wiederholt in der Kirchengeschichte gege­ben; da wurde dann schnell der Tempel zu Gott selbst), sondern dass der Leib Christi - die Gemeinde - in ihrer Ganzheit die Wohnung des Heiligen Geistes ist. Es geht um ein neues Miteinander, eine neue Gemein­schaft. Mein Körper gehört auch zur Ganzheit des Leibes Christi. Jesus hat sowohl für den Einzelnen als auch für die Gemeinde sein Leben gegeben.

Aber Paulus blieb nicht beim Moralisieren. Ein Moralist würde anders argumentieren: Ihr seid teuer erkauft, also bemüht euch, eure Schuld abzutragen. Nein, das Ziel ist ein anderes, nämlich Gott zu ehren. Alles, was wir Gott zurückgeben können, ist Lobpreis und Dank. Und diesen Dank - so Paulus - können wir auch mit unserem Körper ausdrücken, indem wir ihn als Gabe Gottes bejahen und entsprechend behandeln. Und das gilt auch für den Leib Christi - die Gemeinde. Sie ist dazu da, Gott zu ehren. Dazu gibt es so viele Möglichkeiten. Ich freue mich über Gemeinden, die darin kreativ sind.

© Advent-Verlag Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung

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