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Andacht 25.09.2016

25.09.2016 | von Lothar Wilhelm

claudiarndt | photocase.de

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Gott hat nicht einmal seinen eigenen Sohn ver­schont, sondern hat ihn für uns alle gegeben. Und wenn Gott uns Christus gab, wird er uns mit ihm dann nicht auch alles andere schenken? Römer 8,32 (Neues Leben Bibel)

Im Drama „Peer Gynt", geschrieben von dem norwegi­schen Dichter Henrik Ibsen (1828-1906), gibt es eine ergreifende Szene: Der alte Peer Gynt steht nach den vielen Irrfahrten seines Lebens vor einer Waldhütte und entblättert eine Zwiebel. Diese Zwiebel wird ihm zum Gleichnis seines Lebens. Ihm kommt der Gedan­ke: Nach den Häuten muss doch ein Kern kommen!? Er sagt: „Das hört ja nicht auf! Immer Schicht auf Schicht. Kommt denn der Kern nicht endlich ans Licht? Bis zum Innersten - da schau nur einer! Bloß ... Häute!“ Und dann erschrickt er: „So ist mein Leben!“ Mit einem Fluch wirft er die Zwiebel weg.

Auch wenn wir es vielleicht nicht mögen, irgend­wann stellt sich jedem die Frage: Wo ist der wertvolle Kern bei mir? Die Jahre des Lebens welken dahin, so wie die trockenen Schalen von der Zwiebel abfallen.

Und was bleibt? Was hat all mein Tun, Bemühen und Sorgen gebracht? Welchen bleibenden Wert hat es? Wie viel diente doch nur dem oberflächlichen Glanz, der sich als wertlos erweisen wird - wie die Zwiebel­schalen? Wo ist mein wirklicher Wert? Was kann vor Gott bestehen?

Wenn wir uns damit abmühen, gut genug zu wer­den, werden wir uns überanstrengen. Entweder enden wir unglücklich oder enttäuscht über uns, verbittert wie der alte Peer Gynt. Oder wir flüchten uns in Selbst­rechtfertigungen wie: „Die anderen sind ja auch nicht besser“, und werden zu frommen Heuchlern. So oder so sind wir dem Scheitern ausgeliefert.

Das Geheimnis unseres bleibenden Wertes finden wir nicht im Blick auf uns selbst. Jesus verwies auf die Vögel, die von dem leben, was sie in Gottes Welt fin­den, und dann sagte er: „Und ihr seid ihm doch viel mehr wert!“ (Lk 12,24 GNB) Was gibt uns diesen Wert? Es ist die Liebe Gottes, die er zu jedem seiner Geschöpfe hat. Wenn die eigene Bilanz zu düsteren Gedanken verleitet, führt er uns seine Liebe vor Augen.

Schau auf Jesus, und du siehst, was du Gott wert bist. Wer geliebt wird, braucht sich um seinen Wert nicht mehr zu sorgen. Selbst wenn uns unser Herz verklagt, bleibt Gottes Liebe, denn sie ist uns ge­schenkt. Darauf dürfen wir vertrauen.

© Advent-Verlag Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung

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