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Andacht 26.09.2016

26.09.2016 | von Jakob Wieck

Rike. | photocase.de

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Kennst du jemanden, der sich selbst für weise hält? Ich sage dir: Für einen Dummkopf gibt es mehr Hoffnung als für ihn! Sprüche 26,12 (Hoffnung für alle)

Während ich für die Abiturprüfung lernte, war ich der Meinung, nun im Gebiet der Mathematik im Großen und Ganzen alles zu wissen. Als ich an die Uni kam, sah ich, wie groß das Gebiet eigentlich ist. Und niemand ist sich dessen mehr bewusst, wie klein sein Anteil an Wissen ist im Vergleich zu dem, was es noch zu erforschen gibt, als ein Professor.

Ich denke, dieses Prinzip lässt sich auch auf viele andere Gebiete übertragen. Am Beispiel Atheismus ist mir bei evangelistischen Straßeneinsätzen aufgefal­len, dass die überzeugtesten Verfechter oft die Men­schen waren, die über die naturwissenschaftlichen Hintergründe am wenigsten Bescheid wussten. Unter Studenten gibt es Vertreter beider Richtungen. Und Professoren der Technischen Universität München glauben laut einer Umfrage fast alle an die Existenz Gottes, und keiner schließt sie komplett aus.

Paulus schrieb: „Denn was diese Welt für weise hält, ist nichts als Dummheit vor Gott. So steht es auch in der Schrift: ,Er fängt die Klugen mit ihrer eige­nen Schlauheit.‘“ (1 Kor 3,19 NeÜ). Ist damit gemeint, dass wissenschaftliche Bildung grundsätzlich negativ zu beurteilen ist? Ich denke nicht. Es scheint beiden Verfassern, Salomo und Paulus, nicht darum zu ge­hen, das Wissen selbst zu verurteilen. Vielmehr ging es ihnen darum, davor zu warnen, sich selbst für seine Klugheit gewissermaßen zu loben.

Jesus bezog denselben Sachverhalt auf die geist­liche Dimension. In seiner Bergpredigt sagte er einen Satz, den ich lange nicht verstanden habe: „Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmel­reich.“ (Mt 5,3) Jesus erklärte in seiner Predigt, dass nicht die, die sich für besonders gläubig halten, Gott auch gefallen. In der Offenbarung lesen wir dazu: „Du sagst: ,Ich bin reich. Ich habe alles, was ich will. Ich brauche nichts!‘ Und du merkst nicht, dass du erbärm­lich und bemitleidenswert und arm und blind und nackt bist.“ (Offb 3,17 NLB)

Dabei ist nicht Bibelwissen oder Andachthalten das Problem, sondern die innere Einstellung dazu. Salomo hatte Recht mit seiner Aussage: Wer sich für weise hält, ist es eigentlich nicht; aber wer sich bewusst ist, wie wenig er eigentlich weiß, für den ist noch Hoffnung da!

„Ich weiß, dass ich nichts weiß“, bekannte Sokrates.

© Advent-Verlag Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung

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