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Andacht 27.09.2016

27.09.2016 | von Heinz-Ewald Gattmann

photocase.de

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[Der Weinbergbesitzer sagte:] „Ist es mir nicht er­laubt, mit meinem Geld zu machen, was ich will? Willst du dich etwa darüber beklagen, dass ich gütig bin?“ Matthäus 20,15a (Neues Leben Bibel)

Das Bild ist stimmig: Am Ende benimmt der Wein­bergbesitzer sich wie ein Großgrundbesitzer und lässt keine Kritik an seiner Entscheidung zu. Im Gegenteil: Seine Ungerechtigkeit in der Bezahlung der Arbeiter rechtfertigt er ausdrücklich mit den obigen Worten. Was stört es ihn, dass seine Arbeiter sein Verhalten als unfair ansehen? Würde das Gleichnis heute spielen, würde in uns wahrscheinlich alles rebellieren und der Ruf nach der Gewerkschaft oder nach Streik läge nahe!

In dieser Geschichte, die Jesus erzählte, geht es um das Reich Gottes. Gott selbst ist als Weingärtner dargestellt. Das fordert uns heraus, und wir müssen klären, ob Gott etwa unfair ist. Man kann bei diesem Gedanken zusammenzucken, aber hast du Gott noch nie diesen Vorwurf gemacht? Du warst ihm immer treu, hast dich an seine Gebote gehalten und für die Gemeinde eingesetzt, und jetzt hast du unheilbaren Krebs oder deine Arbeit verloren. Oder du hast an den Segen Gottes geglaubt, an dessen Schutz, aber nun liegt dein Leben in Trümmern. Ist Gott unfair? Bei solchen Erfahrungen liegt ein „Ja“ nicht weit entfernt.

Jesus machte deutlich, dass die Frage, ob fair oder unfair, Gott gar nicht bewegt; denn es ist eine typisch menschliche Frage, die sich auf eine Belohnung, einen Interessenausgleich oder das Anwenden von Regeln konzentriert. Gott dagegen handelt aus Güte und Lie­be (V. 15b) - so die Aussage von Jesus in der Geschich­te. Das ist ein Motiv ganz anderer Qualität. Güte und Liebe suchen den Menschen, Fairness will Gerechtig­keit.

Liebe fragt immer nach dem Menschen. Und genau das zeigte Jesus in der Geschichte: Noch abends um 17 Uhr stellt der Weinbergbesitzer Arbeiter ein und gibt ihnen den gleichen Lohn wie allen anderen, weil er weiß, dass dies dem Selbstwertgefühl guttut und auch Verlierer ihr Leben finanzieren müssen.

Dem Weinbergbesitzer ist es egal, was andere über ihn denken: Er will das Leben lebenswert machen. Deshalb bezahlt er einen unfairen Lohn, deshalb setzt er sich den Vorwürfen seiner Arbeiter aus - und wohl auch unseren. Güte und Liebe können das ertragen; sie haben den Menschen im Blick. Genau nach diesem Prinzip handelt Gott an uns.

© Advent-Verlag Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung

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