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Andacht 26.10.2016

26.10.2016 | von Hans Heinz

manun | photocase.de

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Weder Eigennutz noch Streben nach Ehre sollen euer Handeln bestimmen. Im Gegenteil, seid bescheiden und achtet den anderen mehr als euch selbst. Denkt nicht an euren eigenen Vorteil, sondern habt das Wohl der anderen im Auge. Seht auf Jesus Christus. Philipper 2,3-5 (Hoffnung für alle)

Aus der griechischen Mythologie kennen wir die Er­zählung von Narcissus: Dieser von sich und seiner Schönheit eingenommene Jüngling verliebte sich in sein Bild, das er im Wasser eines Brunnes erblickt hat­te. Davon ergriffen, wollte er dem Bild ganz nahe sein, fiel in den Brunnen und starb an der Sehnsucht nach sich selbst.

Narzissmus gilt heute als psychische Krankheit. Der Narzisst stellt sich in den Mittelpunkt, unter­drückt andere und macht seine Umgebung nieder. Wenn diese Haltung so extrem wird, dass die Umge­bung leidet und niemand mehr etwas mit diesem Menschen zu tun haben will, dann spricht man von krankhaftem Narzissmus. Ein Prozent der Bevölke­rung leidet daran.

Verbreiteter aber ist der allgemeine Narzissmus in der Gesellschaft von heute. Egozentrik gilt nicht mehr als Makel, sondern als angestrebte Lebenshaltung. In einer Welt, die weitgehend auf Gewinnmaximierung und Karrieredenken ausgerichtet ist, herrschen die typischen Verhaltensweisen des Narzissmus: pene­trantes Selbstvertrauen, Abgehobensein und Selbst­sucht.

Auch ein Christ ist vor diesen Versuchungen nicht gefeit. Selbst in Gemeinden gibt es oft selbstsüchtiges Streben, Entwertung der Glaubensgeschwister und die fromme Sabbatfassade neben dem narzisstischen Alltag.

„Seht auf Jesus“, mahnte Paulus. Er, der Gott in Gottes Gestalt war, wurde Gott in Menschengestalt (V. 6-7). Der Sohn Gottes unterwarf sich durch seine Menschwerdung dem Vater. Er führte sein Leben in Solidarität mit den Armen, Unwissenden, Entrechte­ten und Kranken. Er lebte als einfacher Zimmermann und später als Wanderprediger, der kein eigenes Zuhause besaß. Er lebte unter dem Prekariat seines Volkes - Fischer, Zöllner, gefallene Frauen - in Armut und Anspruchslosigkeit und machte dabei seine Mit­menschen, die er achtete, heilte und sättigte, reich.

Nur wenn wir auf den Selbstlosen schauen und sei­ne Kraft erbitten, vermögen auch wir von uns selbst loszukommen und die zu sehen, die neben uns stehen und oft übersehen werden.

© Advent-Verlag Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung

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