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Andacht 27.10.2016

27.10.2016 | von Jürgen Schammer

zettberlin | photocase.de

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Jesus ist ja nicht ein Hoherpriester, der uns in unse­rer Schwachheit nicht verstehen könnte. Vielmehr war er - genau wie wir - Versuchungen aller Art ausgesetzt, allerdings mit dem entscheidenden Unterschied, dass er ohne Sünde blieb. Wir wollen also voll Zuversicht vor den Thron unseres gnädigen Gottes treten, damit er uns sein Erbarmen schenkt und uns seine Gnade erfahren lässt und wir zur rechten Zeit die Hilfe bekommen, die wir brauchen. Hebräer 4,15-16 (Neue Genfer Übersetzung)

Perfektionisten sind eine Spezies für sich. Allerdings stehen sie auf der Beliebtheitsskala in der Regel nicht an oberster Stelle. Wer mit ihnen näher zu tun hat und sich diesem Umstand nicht entziehen kann, wird wohl öfters einmal die Augen verdrehen oder kopf­schüttelnd tief durchatmen. Perfektionismus kann sehr skurrile Formen annehmen, wenn z. B. auf dem Schreibtisch alle Utensilien exakt im 90-Grad-Winkel geordnet liegen müssen oder zu Hause die Ansamm­lung einer gewissen Menge an Staubkörnern schon eine mittlere Katastrophe darstellt.

Besonders gefährlich ist es, wenn christliche Fröm­migkeit perfektionistische Blüten treibt. Ein Gebet zum Tagesabschluss könnte dann so lauten: Danke Jesus, dass es mir heute gelungen ist, ohne Sünde zu leben, und dass ich deine Vergebung nicht in Anspruch nehmen muss. Lass mir das auch weiterhin gelingen. Amen.

Ich kenne nur drei Menschen, die perfekt und sündlos waren: Adam und Eva bis zum Sündenfall und Jesus während seines Erdenlebens. Wir können dem Sohn Gottes nicht genug dafür danken, dass er bereit war, als Mensch in diese Welt zu kommen, um sich stellvertretend für uns verlorene Sünder am Kreuz zu opfern. Den triumphalen Ruf „Es ist vollbracht!“ hätte es nie gegeben, wäre Jesus nicht siegreich aus allen Versuchungen und Angriffen hervorgegangen, denn seine Sündlosigkeit war die Voraussetzung dafür, dass sein Opfer anerkannt wurde. Somit ist allein Christi Erlösungswerk perfekt, vollkommen, ewig gültig und bedarf keinerlei Ergänzung.

Doch jeder durch Christus errettete Mensch lebt als Kind Gottes noch mitten in dieser Welt mit all ihren Nöten, Versuchungen und Bedrängnissen. Das bleibt Realität, bis Jesus wiederkommt. Deshalb sind wir weiterhin täglich auf Gottes Erbarmen und Ver­gebung angewiesen - in der Gewissheit, dass „wir zur rechten Zeit die Hilfe bekommen, die wir brauchen“.

© Advent-Verlag Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung

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