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Andacht 28.10.2016

28.10.2016 | von Günter Schlicke

photocase©Lichtstark.com

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Alles, was auf der Erde geschieht, hat seine von Gott bestimmte Zeit: geboren werden und sterben, einpflanzen und ausreißen ... finden und verlieren, aufbewahren und wegwerfen. Prediger 3,1-2.6 (Gute Nachricht Bibel)

Es war ein sonniger, kalter Herbsttag, und der Wind wehte kräftig, als ich ein älteres Ehepaar, das ich gut kannte, an der Bushaltestelle traf. Sie warteten auf den „Moorexpress“ - so nennt man bei uns den Stadt­bus. Beide waren in warme Mäntel gehüllt. Eine dicke Pelzkappe und Wollhandschuhe schützten sie vor der Kälte. Nach einer herzlichen Begrüßung und einem kurzen Gespräch sagten sie mir, sie hätten ihr Auto verkauft, weil sie nicht mehr gut sehen könnten.

In unserer Welt hat alles „seine Zeit“ - das weiß jeder. Wer - wie jenes Ehepaar - aber etwas Vertrautes oder Gewohntes aufgeben will oder muss, der ver­steht, wie schwer es werden kann, plötzlich mit einer völlig neuen Situation leben zu müssen. Mir fiel es zum Beispiel nicht leicht, mit 45 Jahren noch einmal die Schulbank zu drücken, um einen neuen Beruf zu erlernen. Meiner Frau machte es sehr zu schaffen, als wir 1998 unseren Garten abgeben mussten, weil wir aus beruflichen Gründen von Sachsen nach Bayern umsiedelten.

Manche klammern sich in solchen Situationen zu stark an ihren bisherigen Lebensbereich, weil sie sich vor einem neuen Anfang fürchten. Manfred Siebald hat das in einem seiner Lieder so formuliert: „Alte Stunden, alte Tage lässt du zögernd nur zurück. Wohl­vertraut wie alte Kleider sind sie dir durch Leid und Glück ... Neue Stunden, neue Tage, zögernd nur steigst du hinein. Wird die neue Zeit dir passen? Ist sie dir zu groß, zu klein?“ (Leben aus der Quelle, Nr. 101)

Vielleicht beginnt für dich bald eine „neue Zeit“, weil die Berufsausbildung oder ein Studium anfängt, eine Umschulung nötig wird oder der Wohnort ge­wechselt werden muss. Vielleicht fängt das Leben als Ehepaar an oder das Rentenalter wird erreicht. Dann dürfen wir dem Wort von Jesus vertrauen, das er damals seinen Jüngern als Zusage gab und das auch uns heute gilt: „Ich bin immer bei euch, jeden Tag, bis zum Ende der Welt.“ (Mt 28,20b GNB)

Mit dieser Zusage können wir getrost jeden neuen Tag beginnen. Und jeden neuen Lebensabschnitt auch. Entscheidend ist, dass wir bei ihm sind und bleiben, seine Wege gehen und seine Gebote halten.

© Advent-Verlag Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung

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