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Andacht 31.10.2016

31.10.2016 | von Rolf J. Pöhler

ig3l | photocase.de

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Hier muss Gottes heiliges Volk Standhaftigkeit beweisen, alle, die Gottes Gebote befolgen und den Glauben an Jesus bewahren. Offenbarung 14,12 (Gute Nachricht Bibel)

Am 5. September 2001 begann in der Buchardi-Kirche von Halberstadt die Aufführung des längsten Orgel­spieles der Welt. 639 Jahre soll es erklingen. Eigent­lich dauert das Klavierstück des amerikanischen Komponisten John Cage nur 30 Minuten, doch in der Orgelbearbeitung soll es nach der Vorstellung des Künstlers „so langsam wie möglich“ gespielt werden - und das braucht eben seine Zeit. So begann die Auf­führung mit einer ausgedehnten Pause von exakt 16 Monaten. Der nächste Klangwechsel ertönt am 5. September 2020. Was auf den ersten Blick wie absur­des Theater anmutet, ist als Kunstwerk gedacht, mit dessen Hilfe das Thema „Ewigkeit" musikalisch dar­gestellt werden soll.

In einer Zeit, in der Schnellrestaurants ihre Kun­den im Minutentakt bedienen, erscheint uns das „Tempo“ dieses Konzerts unerträglich langsam. Wir sind frustriert, wenn sich Gott mit der Antwort auf unsere Gebete Zeit lässt. Und dass unser Herr noch nicht wiedergekommen ist, lässt manche von uns so ungeduldig werden, dass sie das Weltende quasi her­beireden wollen. Doch Gottes Uhren gehen anders als unsere: Tausend Jahre sind vor ihm wie ein Tag. Er hat viel Geduld mit uns und unserer Welt - mehr als uns vielleicht lieb ist (vgl. 2 Ptr 3,8-9). Er ist nicht auf der Suche nach der schnellen Lösung, er macht auch nicht einfach kurzen Prozess mit uns. Stattdessen wartet er geduldig Jahre und Jahrzehnte, bis ein Mensch ihm endlich das Herz öffnet. Bis zum ersten Kommen des Herrn vergingen Tausende von Jahren, seitdem sind ebenfalls bereits über 2000 Jahre vergangen. Wie lan­ge wird es wohl noch dauern?

Schon die ersten Christen standen vor dieser Fra­ge. Das Gleichnis von den zehn Brautjungfern stellt zwei Gruppen von Adventgläubigen gegenüber: die einen, deren Glaube nur für eine kurze Zeit ausreicht und deren Lampen deshalb bald verlöschen; und die anderen, die sich darauf einstellen, dass der Bräuti­gam möglicherweise lange ausbleibt, und deshalb einen Ölvorrat mitnehmen (vgl. Mt 25,1-13).

Im letzten Buch der Bibel sind die wahren Gläubi­gen an ihrer „Geduld“ erkennbar, das heißt, an ihrer Standhaftigkeit angesichts widriger Umstände. Un­beirrt halten sie fest an den Geboten Gottes und am Glauben an Jesus. - Herr, schenke uns diese Ausdauer!

© Advent-Verlag Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung

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