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Andacht 24.11.2016

24.11.2016 | von Josef Butscher

bit.it | photocase.de

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Die Hütten der Verwüster stehen ganz sicher, und Ruhe haben, die wider Gott toben, die Gott in ihrer Faust führen. Hiob 12,6

Das ist ein Satz aus der Gegenrede Hiobs zu den schul­meisterlichen Worten seines Freundes Zofar, der Hiob nachweisen wollte, dass er nicht schuldlos an seinem Unglück sei. Er hatte das Denkmuster im Kopf: Gott betraft die Gottlosen und verschont die Frommen. Hiob hält dagegen, dass es in der Praxis oft genau um­gekehrt verläuft; eine Erfahrung, die auch Asaf in Psalm 73 so beschreibt, dass er fast „den Boden unter den Füßen verloren“ hätte, als er sah, dass es den Gottlosen so gutging (V. 2 NLB).

Natürlich werden damit Gottes Zusagen, den Red­lichen zu segnen und den „Verwüster“ zur Verantwor­tung zu ziehen, nicht generell auf den Kopf gestellt. Aber dass für den Gläubigen immer „alles glatt ver­läuft“, ist nicht gesagt. Diejenigen, die sich - nach der Beurteilung Gottes - gegen ihn auflehnen, meinen sogar oft noch, Gott auf ihrer Seite zu haben. So standen beispielsweise auf dem Koppelschloss (der Gürtel­schnalle) der Nazis die Worte: „Gott mit uns."

Wie viel Schindluder wurde doch schon mit dem Namen Gottes getrieben von denen, die „Gott in ihrer Faust führen“? Die Stuttgarter Erklärungsbibel schreibt dazu: „Gott in ihrer Faust führen bezieht sich auf magische Praktiken, die darauf abzielen, Macht über Gott zu gewinnen.“ Allgemeiner ausgedrückt kann das auch bedeuten, dass Menschen im Namen Gottes auftreten, aber nicht von ihm beauftragt sind; dass sie Gott für ihre Handlungsweisen vorschieben, obwohl sie Unrecht tun; dass sie Gott instrumenta­lisieren, wie es ihnen gerade in ihr Konzept passt. Letzteres kann sich sogar auf festgefahrene Bibelaus­legungen beziehen, die man nicht mehr bereit ist, an dem Wort Gottes zu überprüfen. Gott lässt sich nicht für unsere Zwecke instrumentalisieren! Das sollten sich alle Bibelleser zu Herzen nehmen. Nicht wir haben Gott in der Hand, er möchte, dass wir uns in seine Hände begeben. Dann bleiben wir vor Eigendün­kel, Besserwisserei und falschem Handeln in seinem Namen bewahrt.

Wenn jemanden Tage ereilen, die denen Hiobs ähnlich sind, darf er wissen: „Von dem HERRN kommt es, wenn eines Mannes Schritte fest werden ... Fällt er, so stürzt er doch nicht; denn der HERR hält ihn fest an der Hand.“ (Ps 37,23-24)

© Advent-Verlag Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung

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