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Andacht 25.11.2016

25.11.2016 | von Jürgen Weller

boing | photocase.de

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[Jesus] spricht zum dritten Mal zu [Petrus]: „Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieb?“ Johannes 21,17

Eine meiner Enkelinnen liebt Rollenspiele. Weil ihre jüngere Schwester nicht mitspielen wollte, bot sie ihr die Traumrolle einer Prinzessin an. Doch was weiß eine Viereinhalbjährige mit so einer Rolle anzufan­gen? Eine Prinzessin ist reizend, hübsch und char­mant; sie wird bedient, hat also im Grunde nichts zu tun, muss aber auf eine undurchsichtige Etikette „zu Hof“ achten.

Ich musste schmunzeln, als meine kleine Enkelin überfordert mitten im Spiel äußerte: „Ich möchte lie­ber wieder ich sein.“ Adieu königliche Etikette!

Petrus war auch in so einem Rollenspiel. Jesus hat­te seinen Jüngern vom kommenden Königreich er­zählt. Petrus wollte zur königlichen Familie gehören und zeigte, wie ernst es ihm damit war. Er folgte Jesus drei Jahre lang nach und zog sein Schwert, um ihn zu verteidigen. Wo Petrus in den Evangelien aufkreuzt, wird es spannend und interessant. Er lieferte Ideen, gab Impulse, stellte Fragen und sah dabei auch auf die „Etikette“. Petrus war mittendrin - nicht nur dabei. Er wollte für seinen Herrn sein Leben riskieren und zeigen, wie treu, stark und mutig er war.

Das sind genau die Werte, die mir sehr imponieren. Deshalb lebt so ein Stück Petrus auch in mir. Zur Ehre Gottes etwas Großes auf die Beine stellen - welcher aufrichtige Nachfolger möchte das nicht auch! Doch dann führten die unnachgiebigen Fragen einer Frau zur Verleugnung, und Petrus wurde zur tragischen Figur. Enttäuscht über sich selbst, fiel er aus seiner „Heldenrolle“. Solch eine Situation kenne ich auch.

Scheitern tut weh. Die entstandenen Wunden brauchen Zeit zum Heilen. Selbstzweifel bringen Ver­letzte aus der Balance. Doch im Scheitern liegt auch eine Chance. „Hast du mich lieb?“, fragte Jesus ihn zweimal. Jesus wollte nicht wissen, ob Petrus ein Held war. Nur die Liebe zu ihm zählte und der Dienst, der aus ihr erwächst.

Vielleicht bist du gerade auch „gefallen“, fühlst dich im Beruf überfordert oder steckst in einer Krise, und es fällt dir schwer, Jesus zu vertrauen. Dann wün­sche ich dir, dass dich jemand in den Arm nimmt oder dir ein gutes Wort sagt. Und wenn es dir im Moment gut geht, wünsche ich dir Arme und liebevolle Worte für andere.

Wie immer deine Situation heute auch sein mag, bleib an der Seite von Jesus - ganz du selbst. Er liebt dich und will dich gebrauchen.

© Advent-Verlag Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung

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