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Andacht 30.11.2016

30.11.2016 | von Eli Diez-Prida

view7 | photocase.de

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Der stolze Pharisäer stand da und betete: „Ich dan­ke dir, Gott, dass ich kein Sünder bin wie die anderen Menschen, wie die Räuber und die Ungerechten, die Ehebrecher oder besonders wie dieser Steuerein­treiber da! Denn ich betrüge niemanden, ich begehe keinen Ehebruch, ich faste zwei Mal in der Woche und gebe dir regelmäßig den zehnten Teil von mei­nem Einkommen.“ Lukas 18,11-12 (Neues Leben Bibel)

„Ich bin zwei Punkte besser als Simon!“, sagte Tim und strahlte zufrieden, als er zu Hause das Ergebnis des Lesetests zeigte. 126 Punkte hatte er geschafft, Simon nur 124. Allerdings hatte er nicht zugehört, als die Lehrerin erklärte, dass alles unter 140 Punkten nicht ausreichend sei. Er war besser als sein Sitznach­bar Simon, und das genügte ihm, um sich als Sieger zu fühlen.

Wir schmunzeln über diese Geschichte, aber verhalten wir uns Erwachsene nicht auch ähnlich? Mit wem vergleichen wir uns denn? Vergleiche mit anderen Menschen anzustellen ist eine sehr problematische bis gefährliche Übung. Denn je nachdem, mit wem wir uns vergleichen, können wir am Ende in Depression verfallen oder aber stolz werden - wie der Pharisäer in der Geschichte, die Jesus erzählte.

Klar, dass der Pharisäer gut abschneiden musste, wenn er sich mit Räubern, Ehebrechern und Steuer­eintreibern verglich! Ich frage mich nur, wozu er in den Tempel gegangen war, wenn er keine Sünde zu bereuen hatte und kein Opfer brachte. Mit leeren Händen war er allerdings nicht erschienen: Er hielt Gott eine lange Liste der Dinge vor, die er geleistet hatte. Er wollte also Gott informieren - genauer noch: er wollte ihn beeindrucken. Ich denke dabei an den Mann im Werbespot, der mit seiner Auflistung „Mein Haus, mein Auto, mein Boot“ seinen Freund zu beein­drucken versucht.

Wir brauchen Gott nicht zu informieren und kön­nen ihn noch weniger beeindrucken, denn er gewichtet unsere Beweggründe stärker als unsere Taten. Der Vergleich mit anderen ist deswegen völlig abwegig, weil alle Menschen ohne Ausnahme Sünder sind, sich also von Gott getrennt und nichts aufzuweisen haben, was Gott gefallen könnte (Röm 3,23). Weil ich niemals dem göttlichen Maßstab entsprechen könnte, nehme ich das Geschenk der Befreiung gern an, die Jesus Christus mir anbietet - einschließlich der Befreiung vom krankhaften Zwang, im Vergleich mit anderen zu punkten. Was für eine Erleichterung!

© Advent-Verlag Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung

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