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Andacht 26.01.2017

26.01.2017 | von Jürgen Schammer

Macavity | photocase.de

Macavity | photocase.de

Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du hältst mich bei meiner rechten Hand, du leitest mich nach dei­nem Rat und nimmst mich am Ende mit Ehren an. Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde. Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist du doch, Gott, allezeit mei­nes Herzens Trost und mein Teil. Psalm 73,23-26

Anfang 1999 musste ich operiert werden, nachdem zahlreiche Untersuchungen den Befund Darmkrebs erbracht hatten. Da es sich um einen Tumor des Sta­diums T4 handelte, wurde anschließend eine Chemo­therapie verordnet, die sich über sechs Monate hinzog - mit all den bekannten Nebenwirkungen. Dieses Halbjahr 1999 gehört zu den schwersten Zeiten mei­nes Lebens. Mehr als einmal wollte ich die Chemo­therapie abbrechen, weil es mir oft sehr schlecht ging. Doch der begleitende Arzt ermutigte mich immer wie­der: „Halten Sie durch!“ Ich spürte ihm ab, dass sein Rat aus medizinischer Sicht mehr als eine bloße Durchhalteparole war.

In dieser ungewissen Lebensphase ist mir das Bekenntnis Asafs besonders wichtig geworden und bis heute geblieben. In der ersten Hälfte von Psalm 73 beschrieb er, was ihn plagte und in eine sehr schwere Glaubenskrise brachte, weil er Gottes Handeln nicht verstand. Wir wissen nicht, wie lange es dauerte, bis er sein „Aha-Erlebnis“ hatte (V. 16-19) und dadurch eine Antwort auf seine Fragen fand. Sicher ist wohl, dass ihm das Ganze an die Substanz ging und er daran fast verzweifelt wäre. Doch gerade weil er so tief unten war, erscheint sein „Dennoch“ mit allem, was er da hineinpackte, so glaubwürdig und überzeugend. Dies ist ebenfalls keine billige Durchhalteparole, sondern vielmehr ein Zeugnis unerschütterlichen Vertrauens in Gottes Wege und der Gewissheit, in ihm geborgen zu sein - gleichgültig, was im Leben passiert.

So sah es auch Benjamin Schmolck, als er dichtete: „Dennoch bleib ich stets an dir, wenn mir alles gleich zuwider; keine Trübsal drückt in mir die gefasste Hoffnung nieder, dass, wenn alles bricht und fällt, dennoch deine Hand mich hält.“ (Wir loben Gott, Nr. 319)

Dass ich trotz der Krebserkrankung noch leben darf, ist mir ein Geschenk. OP und Chemo waren wichtig, aber letztlich gebührt Gott der Dank dafür. Falls es dir gerade schlecht geht, dann lass dich zum „Dennoch“ im Sinne Asafs ermutigen.

© Advent-Verlag Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung

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