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Andacht 31.01.2017

31.01.2017 | von Egon Schramm

Weigand | photocase.de

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Verstehst du auch, was du liest? Apostelgeschichte 8,30

Der Finanzverwalter der äthiopischen Königin hatte in Jerusalem eine Abschrift des Buches des Propheten Jesaja erworben. Auf seiner Rückreise las er sie laut. Philippus, vom Geist Gottes aufgefordert, zu dem Wa­gen zu gehen, hörte das und fragte ihn: „Verstehst du auch, was du liest?“ Dann zeigte er ihm, wer Jesus Christus wirklich ist.

Diese Frage richtet sich auch an uns. Wir haben eine Bibel und lesen hoffentlich auch darin. Verstehen wir immer, was wir lesen? Sind unsere Erkenntnisse mit den Gedanken Gottes identisch? Wohl kaum. Mit unserem Denken und Grübeln werden wir Gottes Wort nie in seiner Tiefe verstehen. Unser menschliches Wahrheitsverständnis ist immer subjektiv geprägt.

Früher bekannten manche Adventisten, dass sie schon x Jahre „in der Wahrheit“ seien. Ist das wirklich so? Wird hier Wahrheit mit Lehre verwechselt? Wahr­heit ist primär eine Person - Jesus Christus, wie er selbst sagte (Joh 14,6). Entscheidend für ein christ­liches Leben ist das Verhältnis, das wir zu ihm haben. Auf die Beziehung zu Christus kommt es an. Wo Christen sich aus Rechthaberei streiten, werden sie unglaubwürdig. Liebe, Mitgefühl und Demut sprechen den anderen mehr an als unsere streitbaren Worte. Wenn wir kein Vertrauen zu jemandem haben, wer­den wir uns ihm nicht öffnen und uns sicher nicht seiner Überzeugung anschließen.

Die Emmausjünger kannten Jesus, hatten seine Verkündigung gehört, kamen aber dennoch nicht mit seinem Leiden und Sterben zurecht. Frustriert verlie­ßen sie Jerusalem und damit ihre Schwestern und Brüder. Ihre Enttäuschung entsprang einer halben Wahrheit, ihrem subjektiven Wahrheitsverständnis. Sie kannten die Heiligen Schriften und kannten sie doch nicht. Mit ihrer Zukunftshoffnung lagen sie da­neben - wie auch wir manchmal. Jesus befreite sie von ihrer Resignation aufgrund ihrer verkehrten Theolo­gie.

„Verstehst du auch, was du liest?“ Trotz umfang­reichen Wissens erfassen wir nicht die ganze Realität. Unser Wissen ist immer Stückwerk (1 Kor 13,9), besonders in geistlicher Hinsicht. Das hat mit unter­schiedlicher Erziehung, Bildung, Erfahrung und ande­rem zu tun.

Nicht im Hören allein fängt ein Herz an zu brennen, sondern in der direkten Begegnung mit Jesus Chris­tus durch sein Wort.

© Advent-Verlag Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung

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