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Andacht 17.02.2017

17.02.2017 | von Werner E. Lange

view7 | photocase.de

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Darum gleicht das Himmelreich einem König, der mit seinen Knechten abrechnen wollte. Und als er an­fing abzurechnen, wurde einer vor ihn gebracht, der war ihm zehntausend Zentner Silber schuldig. Matthäus 18,23-24

Kweku Adoboli, ein Investmentbanker der Londoner Filiale der Schweizer Großbank UBS hat sie mit riskanten Börsenspekulationen um 2,3 Milliarden US-Dollar gebracht. Er hatte Schattenkonten einge­richtet, über die er Geschäfte mit immer höheren Summen abwickelte. In einer Phase seiner Spekulatio­nen soll er sogar mit 12 Milliarden Dollar im Minus gestanden haben. 2011 flog das Ganze auf, ein Jahr später wurde Adoboli zu sieben Jahren Haft ver­urteilt.

Diese Begebenheit erinnert mich an eine ebenso schier unglaubliche Geschichte von Jesus. Er erzählte von dem Verwalter eines Königs, der ihm eine Summe von 10.000 Zentnern Silber schuldig war. 10.000 (myrioi) war damals eine immens hohe Summe, ein Zentner betrug etwa 35 Kilogramm. Er schuldete ihm also eine Summe von 350 Tonnen Silber. Nach dem derzeitigen Silberpreis wären das etwa 170 Millionen Euro, gemäß der damaligen Kaufkraft aber mehrere Milliarden Euro. Diese Summe ist unglaublich (die ge­samten Steuereinnahmen Roms in Palästina betrugen nur 800 Zentner Silber!), ebenso unvorstellbar ist, wie der Verwalter damals solch eine Summe vergeuden konnte.

Auch die weiteren Einzelheiten dieser Geschichte sind schier unglaublich: Der König befahl, den Verwal­ter und dessen Familie in die Sklaverei zu verkaufen, aber das würde doch nichts einbringen. Der Verwalter bat den König um Erbarmen und versprach, alles zu bezahlen - auch das war doch völlig unmöglich. „Da hatte der König Mitleid mit ihm, ließ ihn frei und erließ ihm seine Schulden“ (Mt 18,27 NLB) - eine erstaunliche Wendung!

Diese Geschichte macht nur Sinn, wenn wir verste­hen, dass der König Gott darstellt und wir - wie der Verwalter - eine enorm große Schuld vor Gott haben. Da macht es überhaupt keinen Sinn, irgendwie zu ver­suchen, diese Schuld abzutragen. Wir können nur auf Gottes Erbarmen und Gnade hoffen!

Diese erfahrene Gnade soll und wird uns verän­dern. Die Quintessenz der Geschichte (Mt 18,21-35) ist, dass wir die geringe Schuld unseres Nächsten uns gegenüber so vergeben sollen, wie Gott uns vergeben hat (V. 33). Das sollte uns doch möglich sein.

© Advent-Verlag Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung

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