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Andacht 23.02.2017

23.02.2017 | von Dennis Meier

es.war.einmal.. | photocase.de

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Komm herüber ... und hilf uns! Apostelgeschichte 16,9

Das hier hätte ebenso gut hier in Deutschland so passieren können, ist aber eine Anekdote aus dem verschneiten Gebiet der Appalachen. Dort war es in einem Winter so kalt, dass Teile der Bevölkerung durch das Rote Kreuz versorgt werden mussten, weil sie von der Außenwelt abgeschnitten waren. Aus dem Hubschrauber heraus orteten die Helfer eine fast völ­lig eingeschneite Hütte, aus deren Kamin Rauch auf­stieg. Sie fanden eine geeignete Lichtung zur Landung. Nachdem sie sich, bepackt mit Rucksäcken und Schneeschuhen, zu dem Haus durchgekämpft hatten, klopften sie. Die Tür ging auf, und kurzatmig sagte der Ehrenamtliche: „Wir sind vom Roten Kreuz!“ Worauf die Gestalt in der Tür nur erwiderte: „Freun­de, es ist ein harter Winter dieses Jahr. Wir können nichts spenden“, und die Tür verschloss.

„Ich schaffe es nicht allein“ ist einer der schwersten Sätze für viele Menschen. Unbeliebt in der Arbeits­welt, fast unmöglich bei Suchtproblemen, peinlich bei Beziehungsschwierig-

keiten, verpönt in der Welt der Intellektuellen. Da höre ich von einer Schülerin, die Abzüge in der Benotung bekam, weil der Lehrer ihr vorwarf: „Das hast du nicht allein gemacht.“ Die bes­sere Note gibt es für diejenigen, die sich nicht helfen lassen. Der autonome, unabhängige Mensch, der sich von niemandem helfen lassen muss, weil er in der Lage ist, alles selbst zu bewältigen: Ist das unser Erziehungsziel? Sollten Schüler nicht vielmehr dann die bessere Note bekommen, wenn sie sich intelligent Hilfe geholt haben?

Um die Grenzen der eigenen Belastbarkeit wissen heute am besten die, die selbst in helfenden Berufen arbeiten (wie Therapeuten, Sozialarbeiter, Pastoren). Ihnen wird schon in der Ausbildung nahegelegt, bei ihrer Arbeit eine Supervision - einfach gesagt: Hilfe - in Anspruch zu nehmen.

Der gleiche Paulus, der laut dem Andachtswort durch den Geist Gottes in einem Traum den Ruf nach Hilfe hörte, ist derselbe, der diesen Gott an anderer Stelle sagen hörte: „Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“ (2 Kor 12,9) Ob in Gemeinde, auf der Arbeit oder in unserem Denken: Ich fürchte, wir verwechseln noch zu oft Stärke und Schwachheit. Sich Hilfe zu holen ist für Gott ein Zeichen echter Stärke.

Wobei brauchst du heute Hilfe? Habe den Mut, sie dir bei Mitmenschen oder bei Gott zu holen.

© Advent-Verlag Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung

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