thematisches Seitenbild

Andacht 26.02.2017

27.02.2017 | von Heidemarie Klingeberg

raichinger | photocase.de

raichinger | photocase.de

Und Mose sprach: „Lass mich deine Herrlichkeit sehen!" 2. Mose 33,18

Seit dem Erscheinen von Hape Kerkelings Bestseller Ich bin dann mal weg ist die Anzahl der Pilger aus Deutschland, die den berühmten Jakobsweg gehen, um 71 Prozent gestiegen. Der Jakobsweg führt nach Santiago de Compostela, wo sich der Überlieferung nach das Grab des Apostels Jakobus befinden soll. Wallfahrten waren schon immer Versuche, Gott ein wenig näher zu kommen. Was tun Menschen nicht alles, um Gott nahe zu sein! Sie ersteigen hohe Berge, besuchen Heiligtümer, Dome, Grabstätten oder Plät­ze, die als mystische Orte gelten. Die Sehnsucht nach der Gottesbegegnung scheint tief verwurzelt zu sein. Fromme Menschen waren schon immer bereit, sich für Gott zu kasteien, für ihn zu leiden, Gutes zu tun, Opfer zu bringen oder sogar den Märtyrertod zu ster­ben. Andere suchen ihn in der Einsamkeit, in der Stil­le, in der Meditation und Kontemplation.

„Lass mich deine Herrlichkeit sehen!“ Auch Mose sehnte sich nach Gottesnähe. „Mein Angesicht kannst du nicht sehen; denn kein Mensch wird leben, der mich sieht“, antwortete ihm der Herr (V. 20). Und auch die Shekinah, die Herrlichkeit Gottes, die im alttesta- mentlichen Heiligtum über der Bundeslade wohnte, wurde immer von einer Wolke verhüllt. Nein, kein Mensch kann Gott nahe kommen, so sehr er sich auch nach Gottesnähe sehnt. Gott erleben können wir nur, wenn er uns nahe kommt. Gott kommt zum Men­schen, weil der Mensch nicht zu Gott kommen kann.

„Niemand hat Gott je gesehen; der Eingeborene, der Gott ist und in des Vaters Schoß ist, der hat ihn uns verkündigt“, schrieb der Apostel Johannes (Joh 1,18).

Die Einzigartigkeit der christlichen Religion be­steht in der Hinwendung Gottes zum Menschen, indem der allmächtige Gott, der Schöpfer des Univer­sums, selbst Mensch wird. Eine intensivere Gottesnä­he oder besser Menschennähe kann es nicht geben.

„Herr, lass mich deine Herrlichkeit sehen!“ Ja, ich darf seine Herrlichkeit sehen, weil er mir nahe kommt: in meinem Leben, in meiner Armseligkeit, in meiner Unvollkommenheit, in meinem Suchen und meinem Leiden. Er kommt zu mir in den Menschen, die mich lieben, und in Jesus Christus, seinem Sohn, der für mich Mensch wurde, um mich aus meiner Gottesferne in die Gottesnähe zu führen.

Danke, Herr, dass du mir heute nahe bist und ich dich erleben darf!

© Advent-Verlag Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung

© Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland

ADRAAdventverlagAdvent-Wohlfahrtswerk Bundesstelle (AWW)Theologische Hochschule FriedensauHOPE ChannelKrankenhaus WaldfriedeMedienzentrum Stimme der HoffnungDeutscher Verein für Gesundheitspflege (DVG)Schulzentrum Marienhöhe