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Andacht 29.04.2017

29.04.2017 | von Roland Nickel

view7 | photocase.de

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Dein ganzes Sinnen und Trachten dagegen ist auf Gewinn ausgerichtet. Du bringst Unschuldige um, unterdrückst Menschen und erpresst sie ohne Bedenken, wenn es darum geht, einen Vorteil für dich herauszuschlagen. Jeremia 22,17 (Neues Leben Bibel)

Mein Vater arbeitete mehr als zehn Jahre als Hauer in zahlreichen Nachtschichten im Steinkohlebergbau. Einmal wurde er sogar verschüttet; ein Kumpel muss­te ihn retten. Gesundheitlich ging es danach nicht mehr, und so musste er seinen Beruf aufgeben.

Die Arbeit in den Gruben war schon immer gefähr­lich. Schlagwetter- und Kohlenstaub-explosionen, Wassereinbrüche und Einstürze waren eine ständige Gefahr. In Fragen der Bergwerksicherheit hat sich zumindest in den westlichen Ländern viel getan. In manchen Ländern spielt Arbeitsschutz allerdings noch heute kaum eine Rolle. Das Unglück in der türki­schen Grube in Soma im Mai 2014 ist ein Beleg dafür. Mehr als 300 Bergleute starben nach einem Brand. „Menschenleben zählen hier nicht viel - Profit da­gegen alles“, schrieb Spiegel Online und kritisierte die unhaltbaren Zustände in der Grube auf Kosten der Bergleute (14.5.2014).

Gewinnorientierung ist häufig wichtiger als das Wohlergehen der Arbeiter. Schon die Propheten be­mängelten lautstark die Herrscher, die ihre Arbeiter ausbeuteten - in unserem Text zum Beispiel Jojakim. Damals wie heute besteht die Ausbeutung darin, kei­nen angemessenen Lohn zu zahlen und menschen­verachtende Arbeitsbedingungen zuzulassen.

Der Theologe Franz Alt fordert eindringlich: „Wenn es allen gut gehen soll, müssen wir die heutige Tendenz zur Verabsolutierung des Kapitals überwinden ... Das Kapital hat dem Leben zu dienen.“ (Gute Geschäfte, 2009) Die Bibel zeigt, wie das gehen kann. Josia, der Vater Jojakims, wird als positives Beispiel dargestellt. „Er sorgte dafür, dass die Armen und Notleidenden zu ihrem Recht kamen - deshalb hatte er Erfolg mit dem, was er tat.“ (Jer 22,16 NLB) Damit wird der Blick weg von den eigenen Vorteilen hin zum Wohlergehen des anderen gelenkt.

Dieses Handeln ist die Folge eines Prinzips, das Gläubige zu allen Zeiten leiten soll: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ (Gal 5,14) Wer diesen Grundsatz beherzigt, der kann andere nicht ausbeu­ten und stellt den eigenen Vorteil nicht vor das Wohl des Mitmenschen.

© Advent-Verlag Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung

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