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Andacht 30.04.2017

30.04.2017 | von Lothar Wilhelm

froodmat | photocase.de

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Herr, du ... weißt alles über mich. Wenn ich sitze oder wenn ich aufstehe, du weißt es. Du kennst alle meine Gedanken. Wenn ich gehe oder wenn ich aus­ruhe, du siehst es. Psalm 139,1-3 (Neues Leben Bibel)

Gott sieht alles und weiß alles - und er wird vom Psalmbeter dafür gelobt! Warum? Kann diese Vor­stellung nicht auch Angst vor Gott und Ablehnung hervorrufen? Selbst David kannte solche Gedanken: „Wohin sollte ich fliehen vor deinem Geist, und wo könnte ich deiner Gegenwart entrinnen?“ (V. 7 NLB)

Das Privatleben von Menschen wird nicht umsonst durch Gesetze geschützt. Der Gedanke, unablässig beobachtet zu werden, kann sehr beklemmend sein. Darum darf in unserem Land zu Recht nicht einmal der Geheimdienst ohne zwingende Gründe in die Privatsphäre eindringen.

Wir hören oder lesen ein Wort - doch es löst sehr verschiedene Reaktionen aus. Wie kommt das? Zum einen liegt es an dem Vorverständnis, mit dem ich das Wort höre. Zum anderen liegt es an der Beziehung, die ich zu dem habe, um den es geht. Das Vorverständ-nis, mit dem ich reagiere, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab: von meinem Tempera-ment und meinen Erfahrungen, von meinen Bedürfnissen oder Ängs­ten. Sie können leicht Missverständnisse hervorrufen. Darum ist es immer gut, noch einmal nachzufragen: Ist es wirklich so gemeint, wie ich es verstanden habe? Noch mehr kommt es aber auf die Beziehung an. Ver­traue ich dem, um den es geht, höre ich seine Worte ganz anders, als wenn ich ihn fürchte.

David vertraute dem Gott, zu dem er betete. Er sah sich als sein Geschöpf und war sich seiner Liebe und Fürsorge gewiss. Darum war die Tatsache, dass Gott alles sieht, für ihn keine beängstigende Vorstellung. Im Gegenteil, sie war hilfreich. Wenn er - unabsicht­lich oder auch absichtlich - den falschen Weg ein­schlug und dadurch sich oder anderen schadete, dann konnte Gott ihn wieder auf den rechten Weg zurück­bringen, weil er alles sieht. Das hatte David erlebt. Als er auf einen schmerzlichen Irrweg geraten war, hatte Gott, der Herr, ihn nicht im Stich gelassen. Darum bat er auch am Ende dieses Psalms um Gottes Hilfe (vgl. V. 23-24).

David wusste aus Erfahrung: Wenn er seinem Gott vertraute, würde alles gut werden. Eine solche Gewiss­heit nimmt die Angst. Sie gibt Geborgenheit und Kraft. Auch heute.

© Advent-Verlag Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung

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