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Andacht 19.05.2017

19.05.2017 | von Wilfried Ninow

suschaa | photocase.de

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Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin. 1. Korinther 15,10

Der große jüdische Philosoph Martin Buber erzählte in einem seiner Bücher eine Geschichte von einem Rabbiner. Rabbi Sussja sagte am Ende seines Lebens: „In der kommenden Welt wird man mich nicht fragen: ,Warum bist du nicht Mose gewesen?‘ Man wird mich fragen: ,Warum bist du nicht Sussja gewesen?‘“ Martin Buber hat dieser Geschichte die Überschrift gegeben: „Die Frage aller Fragen“.

Jeder von uns hatte in seinem Leben Träume und Wünsche: Ach, wäre ich doch diese oder jener. Wunsch- und Traumbilder werden zu erstrebenswerten Idea­len. Sein wollen wie andere! Sich verlieren in un­erreichten Wünschen, ausbrechen aus den Pflichten des täglichen Lebens, ganz anders sein. Das bedeutet in vielen Fällen Chancen zu verspielen auf Kosten des Notwendigen. ln der kommenden Welt wird man mich nicht fragen: „Warum bist du nicht James White ge­wesen?“ Wenn je gefragt wird, dann lautet die Frage: „Warum bist du nicht Wilfried Ninow gewesen?“

Jeder von uns soll die Person sein, die er ist! Gehe nicht mit den Gedanken auf Reisen: Eine andere Haut wäre besser, ein anderes Leben wäre glücklicher, ein an­deres Schicksal wäre gnädiger als meines. Sage ein vol­les Ja zu deinem Lebensgang und setze alle Kraft für ein gelingendes Leben ein. Die Übergabe an Christus befähigt uns, das Leben auch mit seinen ungelösten Problemen und mit unbeantworteten Fragen zu ertra­gen und trotzdem ein Leben der Freude zu führen, die von Christus kommt.

Der Mensch, der mit sich selbst eins ist, stellt eine echte Persönlichkeit dar. Er weiß, was er will, und dafür steht er gerade. Er verfügt über eine gesunde Identität. Sie ist das Gütezeichen eines Menschen, der sein Leben ausfüllt. Meine Identität als Christ erhalte ich, weil ich mich an Christus orientiere mit dem Ziel einer möglichst hohen Übereinstimmung. Christen wollen mit Jesus gleichgesinnt sein (vgl. Phil 2,5). Ohne diese Absicht verliere ich meine Identität als Christ.

Machen wir uns bewusst, was Paulus auch bewusst wurde: „Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin!“ Das ist eine gute Lebensüberschrift. Damit kann ich mich einem bejahenden Leben zuwenden. Damit weiß ich: Ich bin wiedergeboren und neu geschaffen durch den Geist Gottes, geprägt durch dessen Liebe und erlöst durch Jesus Christus.

© Advent-Verlag Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung

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