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Andacht 26.05.2017

26.05.2017 | von Burkhard Mayer

judigrafie | photocase.de

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Wie goldene Äpfel auf silbernen Schalen, so sind treffende Worte im richtigen Augenblick. Sprüche 25,11

Jedes Jahr wird das Unwort des Jahres gekürt. Wir erinnern uns vielleicht noch an den „Wohlstandsmüll“, den „Kollateralschaden“, das „sozialverträgliche Früh­ableben“, die „Rentnerschwemme“, die „Herdprämie“, das „Humankapital“, die „Döner-Morde“. Das ist nur eine kleine Auswahl aus dem Kabinett der Unwörter.

Etwa 16.000 Wörter benutzen wir pro Tag. Man­ches von dem, was wir sagen, würden wir am liebsten nicht gesagt haben. Hätten wir uns doch nur auf die Zunge gebissen! Aber es ist wie mit einem offenen Federkissen: Ist es erst einmal geöffnet, lassen sich die Federn nicht mehr einsammeln. Wie schön wäre es daher, ein Unwörter-Frühwarnsystem zu haben - eines, das uns rechtzeitig davor warnt, auch gebräuch­liche Unwörter zu benutzen. Manchmal reicht ja schon der Tonfall, um aus einem Normalwort ein Unwort zu machen. Was wir brauchen, sind Worte, die andere aufbauen, die Mut machen, die klären, die so gemeint sind, wie sie gesagt werden.

Jemand, der sich intensiv Gedanken über Worte und ihre Verwendung machte, ist der weise König Salomo. In seinem Buch der Sprüche brachte er seine Einsicht auf eine wunderbar poetische Weise auf den Punkt: „Wie goldene Äpfel auf silbernen Schalen, so sind treffende Worte im richtigen Augenblick!“ Vor uns erscheint das Bild eines Kellners, der anderen etwas Wunderbares serviert.

Hier ist noch eine weitere Kostprobe aus den Sprü­chen Salomos über die Benutzung der Worte: „Kennst du jemanden, der redet, ohne vorher überlegt zu haben? Ich sage dir: Für einen Dummkopf gibt es mehr Hoffnung als für ihn!“ (Spr 29,20 Hfa) Hilfreich sind diese Aussagen: „Eine versöhnliche Antwort kühlt den Zorn ab, ein verletzendes Wort heizt ihn an.“ „Heilende Worte helfen zum Leben; böswilliges Reden zerstört jeden Lebensmut.“ (Spr 15,1.4 GNB)

An einem bösen Wort, das man unausgesprochen hinuntergeschluckt hat, hat sich noch niemand den Magen verdorben. Wägen wir unsere Worte! Sie kön­nen wie Pfeile sein, die empfindlich treffen, aber sie können auch Balsam für die Seele sein. Oder wie gol­dene Äpfel auf silbernen Schalen. Wägen wir also unsere Worte!

© Advent-Verlag Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung

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