thematisches Seitenbild

Andacht 28.05.2017

28.05.2017 | von Jens-Oliver Mohr

wueStenfUXX | photocase.de

wueStenfUXX | photocase.de

Wer seine Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes. Lukas 9,62

 „Früher war alles besser!“ Wie oft hört man das, auch in der Kirchengemeinde. Und je älter wir werden, umso mehr neigen wir dazu, die heutige Zeit mit der früheren zu ver-gleichen und dann auch zu sagen: „Früher war alles besser!“ Dieses bittersüße Gefühl, dass früher alles besser war, oder die Sehnsucht nach den früheren Zuständen nennt sich Nostalgie. Es bezeichnet die Sehnsucht oder das Heimweh nach den vermeintlich „guten alten Zeiten“. Nostalgie ist so etwas wie Schmierseife für das Gehirn, stimmungs­aufhellend und - zumindest für einen kurzen Mo­ment - trostspendend.

Allerdings: „Die Nostalgie hatte unter Psychologen und Psychiatern einen sehr schlechten Ruf“, weiß die US-Psychologin Krystine Batcho, die sich intensiv mit diesem Phänomen befasst hat. „Man hatte das Ge­fühl, die Menschen blieben, wenn sie nostalgisch sind, in der Vergangenheit gefangen ... Es ist so, als würde man in einen Rückspiegel gucken.“ Das leuchtet ja auch ein: Die Vergangenheit zu verklären, sich an ihr gedanklich und emotional festzuklammern führt auf Dauer nur zu einem: nachhaltig unglücklich zu sein.

Auch Jesus wusste das schon. Er sagte: „Wer eine Hand an den Pflug legt und dann zurückschaut, ist nicht geeignet für das Reich Gottes.“ (Lk 9,62 NLB) Ein Bauer pflügte sein Feld mit einer Pflugschar, die den Boden brach und umlegte. Dabei musste er ganz fokussiert nach vorn schauen, um die Richtung nicht aus den Augen zu verlieren. Zurück-sehen bringt nichts, es lässt nur die Furche krumm werden, weil die Ochsen quer über das Feld laufen. Vorausschauen, das ist die Aufgabe des Bauern - immer den Horizont vor Augen haben, das gibt Orientierung.

Diese Orientierung möchte Gott auch uns geben. Wenn wir am Reich Gottes mitbauen möchten, dann nützt uns die verklärte Rückschau auf frühere Zu­stände in der Gemeinde nicht viel. Die Vergangenheit lässt sich nicht mehr zurückholen. Gottes Reich ist die Herrschaft Christi unter seinen Nachfolgern. Men­schen für Christus und sein Reich zu gewinnen ist unsere Aufgabe. Doch Christus versprach, insbeson­dere bei den Bemühungen um sein Reich bei uns zu sein (Mt 28,19-20). Legen wir also die Hand an den Pflug und schauen getrost nach vorn.

© Advent-Verlag Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung

© Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland

ADRAAdventverlagAdvent-Wohlfahrtswerk Bundesstelle (AWW)Theologische Hochschule FriedensauHOPE ChannelKrankenhaus WaldfriedeMedienzentrum Stimme der HoffnungDeutscher Verein für Gesundheitspflege (DVG)Schulzentrum Marienhöhe