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Andacht 26.06.2017

26.06.2017 | von Dennis Meier

Weigand | photocase.de

Weigand | photocase.de

Die Leuchte des Leibes ist dein Auge; wenn dein Auge lauter ist, so ist auch dein ganzer Leib licht; wenn es aber böse ist, so ist auch dein Leib finster. Sieh nun zu, dass das Licht, welches in dir ist, nicht Finsternis ist. Lukas 11,34-35 (Elberfelder Bibel)

Wir ahnen, was Jesus uns mit diesem Bild sagen will, aber es fügt sich nicht in unsere medizinischen Erkenntnisse. Für uns ist das Auge ein Sinnesorgan. Es leuchtet nicht (außer in Gruselfilmen), sondern vermittelt Impulse an Nerven. Jesus bewegte sich hier in der Vorstellungswelt seiner Zeit. Damals lehrte man durchaus, dass Licht durch das Auge nach innen fällt; aber es gab auch die in der Antike bekannte Leh­re vom inneren Licht, das nach außen fällt. Auch der Prophet Daniel beschrieb die Augen des Himmels­boten, den er sah, als Fackeln (Dan 10,6).

Sprachlich hat sich diese Vorstellung bis heute gehalten, wenn wir davon reden, dass die Augen eines Kindes, das ein Geschenk erhält, leuchten. Die Men­schen damals, die das Auge als einen Durchgang verstanden, in dem das Licht in beide Richtungen gehen kann, wussten also spontan, dass Jesus nicht vom Auge redete, sondern vom inneren Menschen.

Zwei Beobachtungen dazu kommen mir in den Sinn. Erstens: Trotz des Rückgriffs auf antike Vorstel­lungen vom Licht im Menschen fällt einmal mehr die natürliche Verbindung von Innen und Außen auf. Modern gesagt: Das Körperliche (Auge) wird mit dem Geistigen (inneres Licht) verknüpft; der Mensch wird als Einheit gesehen. Zweitens verstehe ich diesen Text so, dass Jesus uns vor eine Entscheidung stellt, die für jeden Tag gilt: Willst du dich beeinflussen lassen oder willst du ein Einfluss sein?

So folgt bei Lukas die praktische Anwendung auf dem Fuße: Jesus ging in das Haus eines Pharisäers, der sich wunderte, dass er nicht die zeremoniellen Waschungen an sich vollzog. Jesus aber lehrte ihn die Sorge um die armen Menschen (Lk 11,37-41).

Mich mahnt dieses Wort Jesu, mir nicht so sehr - wie das bei Christen verbreitet ist - Sorgen zu ma­chen, was mich alles beeinflussen könnte, sondern selbst ein Einfluss zu sein. Nicht wenige Christen meinten, sie könnten ihr „Lebenslicht“ dadurch schüt­zen, dass sie ihre Augen schließen. Das aber geht nicht. Jesus will vielmehr sagen: Strahle mit dem Licht, das Gott in dir entzündet hat, in die Welt hin­aus.

© Advent-Verlag Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung

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