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Andacht 29.06.2017

29.06.2017 | von Gerhard Wagner

Mr. Nico | photocase.de

Mr. Nico | photocase.de

Seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus an euch. 1. Thessalonicher 5,18

Sie ist krank, betagt und leidet täglich unter Schmer­zen. Im Gespräch kommen aber kaum Klagen, fast nur Dankbarkeit für das, was (noch) geht. Ihr Mann hatte sich für andere eingesetzt, gewissenhaft gehandelt, aber dann kamen Anklagen wegen eines falschen Wortes, wegen eines Missverständnisses. Sollte er sich verteidigen, dem anderen vergeben oder sich von den falschen Anschuldigungen zurückziehen? Beide hatten gehofft und erwartet, dass sie ihr Leben ge­meinsam in Liebe, Glück und Frieden führen könnten. Aber dann kam die Scheidung ... Dankbar sein in allen Dingen? Ist das nicht zu viel verlangt?

Dankbarkeit erwarten Eltern von ihren Kindern, wenn sie ihnen etwas zum Geburtstag schenken. Dankbar sind wir, wenn eine Aufgabe gut gemeistert wurde und wir gelobt werden. Dankbar sind Men­schen, wenn ihre Erwartungen erfüllt werden und es sich für sie gerechnet hat, sich einzusetzen. Aber können wir für Krankheit, Unglück oder Verleumdung danken? Erwartete Paulus in seinem Brief an die Gemeinde in Thessalonich nicht doch ein wenig zu viel?

Da lese ich diesen Text in der Bibel noch einmal und sehe mir den Zusammenhang an. Paulus schrieb über den Weg der Gläubigen von den Abgöttern zum Glauben an Gott (1 Ths 1,8-10). Er ermahnte sie, in der Ehe treu zu sein und andere nicht zu übervorteilen (Kap. 4,3-6). Im Blick auf die Zukunft ermutigte sie Paulus, nüchtern zu sein, Frieden untereinander zu halten und einander zu trösten (Kap. 5,6.14). Für die Christen in Thessalonich war ihr Glaube ein guter Grund, stets dankbar zu sein. Sie bewältigten mit ihrem Glauben ähnliche Probleme wie wir.

Dankbarkeit ist eine Grundhaltung des Menschen. Dank drückt aus, dass Wohlstand und Gesundheit keine Selbstverständlichkeit und nicht nur das Ergeb­nis einer vorbildlichen Lebensführung sind. Es sind Gaben Gottes, die er uns in seiner Güte schenkt. Wenn Dinge schlecht laufen und wir Schmerzen leiden, uns Sorgen niederdrücken und die Zukunft nur Angst macht, scheint der Dank lediglich auf den ersten Blick zu viel verlangt. Dankbarkeit für das, was ist, und für die Fürsorge Gottes trotz aller Widrigkeiten, schafft eine andere, eine bessere Lebensqualität. Wer Gottes Wirken im eigenen Leben sieht, wird immer danken können.

© Advent-Verlag Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung

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