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Andacht 25.07.2017

25.07.2017 | von Hans Heinz

manun | photocase.de

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Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir. Deine Augen sahen mich, als ich noch nicht bereitet war ... leite mich auf ewigem Wege. Psalm 139,5.16.24

Moira - Anteil, Zugeteiltes - nannten die alten Grie­chen das, was wir heute „Schicksal“ nennen. In der Zeit, als die griechische Religion von der Philosophie beeinflusst wurde, sah man die Moira als selbststän­dige Macht, der die Götter und die Menschen unter­worfen sind. Der Schicksalsglaube, der Glaube, dass ein blindes, unerbittliches und gefühlloses Geschick unser Leben bestimmt und prägt, ist auch heute weit verbreitet. Früher oder später fragen wir uns: Warum bin ich gerade der, der ich bin? Wer hat mich gerade in diese Zeit, an diesen Ort, in diese Umgebung und in dieses Volk gesetzt? Warum widerfährt mir so viel Krankheit und Leid, wo es doch anderen anscheinend so gutgeht? Die Antwort, die uns der Schicksalsglaube gibt, klingt nicht gerade tröstlich: Eine unpersönliche Macht, auf die du keinen Einfluss hast, steht über dir und bestimmt willkürlich dein Leben.

Nun ist es tatsächlich so, dass vieles in unserer Existenz nicht von uns selbst abhängt. Es wird von Faktoren bestimmt, auf die wir keinen oder nur teil­weise Einfluss haben: Geburt, Geschlecht, Kultur­raum, Lebensumstände hängen nicht oder vorwiegend nicht von uns ab. Deswegen ist aber der Schicksals­glaube für uns Christen keine Option. Im Gegenteil! Der christliche Glaube ist der entschiedene Protest gegen die Anschauung, einem blinden Geschick unter­worfen zu sein; denn Christen glauben drei Dinge, die u. a. in Psalm 139 betont werden: Gott und nicht das Schicksal steht über uns (du „hältst deine Hand über mir“, V. 5), Gott hat alles in unserem Leben schon vor­hergesehen („alle Tage waren in dein Buch geschrie­ben“, V. 16) und wir dürfen ihn um Leitung auf den „ewigen Weg“ bitten, der Gottes Weg ist und ans Ziel führt (V. 24). David wollte damit klarmachen, dass sich ein Höherer um uns kümmert, der um den guten Weg für uns weiß und uns auch auf diesem Weg füh­ren will.

Dies alles war für David keine „graue Theorie“, denn er hatte erfahren, wie Gott ihn mit Sieg und Macht gesegnet, in Sünde barmherzig erhalten und im Leid nicht verlassen hatte. Wer immer du bist, wo im­mer du auch wohnst und was immer du durchlebst - du darfst wissen, dass du nicht ein durch willkürliches Geschick ins Dasein Geworfener, sondern ein von Gott Geliebter bist!

© Advent-Verlag Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung

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