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Andacht 27.07.2017

27.07.2017 | von Dieter Leutert

Gräfin. | photocase.de

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Da rief [Stephanus]: „Seht doch! Ich sehe den Himmel offen. Und ich sehe den Menschensohn. Er steht an der rechten Seite Gottes!“ Apostelgeschichte 7,56 (BasisBibel)

Nur wenige Jahre nach der Kreuzigung des Herrn brach über die Jerusalemer Gemeinde die erste Ver­folgung herein. Ihr erstes Opfer war der geisterfüllte Stephanus, der nicht nur als einer der sieben Diakone fungierte, sondern auch „Wunder und große Zeichen unter dem Volk“ tat und in verschiedenen Synagogen Jesus als den Messias verkündete (Apg 6,5.8-10). Er wurde vor den Hohen Rat gestellt und dann in einem Akt von Lynchjustiz gesteinigt. Doch in der Todes­stunde schenkte ihm Gott eine einzigartige visionäre Erfahrung: Er sah den Himmel offen; die unsichtbare Wand, die uns jetzt noch von der himmlischen Welt Gottes trennt, war für Augenblicke beiseitegeschoben. Überwältigt vom himmlischen Glanz rief Stephanus aus, was er erblickte.

Er war nicht der Einzige, der den Thron Gottes sehen durfte. Die Bibel überliefert uns einige solche Berichte. Sie alle aber weichen an einem Punkt von der Vision des Stephanus ab: Er sah den Sohn Gottes zur Rechten Gottes stehen; andere sahen ihn sitzen (vgl. Ps 110,1; Apg 2,34). Die rechte Seite galt seit alters her als die Ehrenseite eines Herrschers oder Gastgebers. Die wichtigste Person oder der angese­henste Gast saß zur Rechten eines Königs.

Warum sah Stephanus Jesus Christus stehen? Johann Albrecht Bengel (1687-1752), der große schwäbische Bibelausleger, vermutet: Jesus war im Begriff, dem Stephanus entgegen-zugehen. Die Vermu­tung Bengels ist begründet, denn in der schwersten Stunde werden wir nach der Verheißung Christi den Beistand des Heiligen Geistes spüren (vgl. Mt 10,18­20). Jesus kommt uns durch ihn entgegen. Daher wundert es uns auch nicht, dass wir im Bericht über die Gerichtsverhandlung über Stephanus den Hinweis finden: „Sein Gesicht leuchtete wie das eines Engels.“ (Apg 6,15 GNB)

Wir, die wir vor unserem Herrn knien, wissen, dass wir nie allein sind, ganz gleich, in welcher Situation wir uns befinden. In der Berliner Alten Nationalgale­rie hängt das anrührende Bild Fritz von Uhdes (1848­1911): Eine Familie am Mittagstisch, der Vater spricht das Gebet, und in der offenen Tür erscheint Jesus Christus.

Und wenn es um uns einsam und dunkel ist, steht in Wahrheit Jesus bei uns.

© Advent-Verlag Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung

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