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Andacht 27.08.2017

27.08.2017 | von Marli Weigt

manun | photocase.de

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Die brüderliche Liebe untereinander sei herzlich. Römer 12,10

Vor einigen Jahren wurde ich einmal sehr von einem guten Freund verletzt, der unserer Gemeinde ange­hört. In einem Telefongespräch beschuldigte er mich heftig - zu Unrecht. Wir hatten uns immer gut verstan­den, und ich konnte es nicht fassen, dass er mir so et­was unterstellen konnte. Ich bemühte mich, während des Gesprächs ruhig zu bleiben, war aber hinterher ganz fertig. Bei der nächsten Begegnung fing ich inner­lich schon an zu zittern, als ich nur seine Stimme hör­te. Also ging ich auf Distanz. So ging es einige Wochen.

Für mich war das keine Lösung. Ich betete um innere Ruhe und Bereitschaft, wieder miteinander reden und zusammenarbeiten zu können. Dies wurde auch wieder möglich. Aber ein Gedanke ließ mich noch nicht los: Es war keine herzliche Bruderliebe. Mir wurde plötzlich klar, dass ich mit Gottes Hilfe dahin kommen wollte. So machte ich es mir zum ständigen Gebetsanliegen, und ging weiterhin freundlich mit ihm um.

Die Sache an sich hatten wir nie mehr angespro­chen. Aber es dauerte noch über ein Jahr, bis eine Veränderung eintrat. Ganz überraschend suchte der Betreffende ein persönliches Gespräch mit mir und bat unter Tränen um Entschuldigung. Ich war ganz ge­rührt und konnte kaum glauben, was Gott da getan hatte. Von Herzen konnten wir uns umarmen, und die innere Blockade war verschwunden. Es blieb eine dauerhafte Verbundenheit.

Seit diesem Erlebnis war mir klar, dass Bruderliebe sehr verletzlich und nicht selbstverständlich ist, sie aber erbeten werden kann.

Der Begriff „Bruderliebe“ steht für festen Zusam­menhalt, für Treue und liebevolle Begleitung. Bruder­liebe ist an sich schon etwas Besonderes. Aber Paulus fügte in seinem Brief an die Gemeinde in Rom noch eine Steigerung hinzu: Die brüderliche Liebe soll herz­lich sein. In einer Gemeinde ist es selbstverständlich, dass man freundlich miteinander umgeht. Wenn dies einmal nicht so ist, dann ist das bedauerlich und sollte schnell wieder in Ordnung gebracht werden. Doch Jesus hatte noch eine andere Vorstellung von seinen Nachfolgern. Nicht nur Freundlichkeit, sondern herz­liche Bruderliebe soll das Erkennungsmerkmal seiner Nachfolger sein.

Mehr denn je wünsche ich mir in unserem Mitein­ander herzliche Bruderliebe. Sie ist mehr als nur Freundlichkeit oder allgemeine Liebe.

© Advent-Verlag Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung

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