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Andacht 29.08.2017

29.08.2017 | von Gerhard Zahalka

raichinger | photocase.de

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Dann wurde die Tür verschlossen. Matthäus 25,10 (Hoffnung für alle)

Ich bin ein Sammler. Meine älteste Zeitung datiert vom 20. Juli 1969, dem Tag der ersten Mondlandung. Die älteste Zeitschrift in meinem Archiv ist die Num­mer 24 des im 30. Jahrgang erschienenen Herold der Wahrheit vom Dezember 1913. Auf der Titelseite die­ser adventistischen Zeitschrift im Zeitungsformat ist vermerkt, dass dieses achtseitige Missionsblatt in einer Durchschnittsauflage von 110.000 Exemplaren (!) erschien. Wie fleißig müssen die damals etwa 4000 Adventisten in Deutschland gewesen sein, so viel Schrifttum unter das Volk zu bringen, zumal das Blatt jeden ersten und dritten Montag im Monat heraus­kam und 10 Pfennig kostete, wie dem Impressum zu entnehmen ist. Der Leitartikel von W. Taraba trug die Überschrift „Zu spät!“ Er erinnert mich an die größte Enttäuschung meiner Kindheit.

Damals gab der weltberühmte Schweizer Zirkus­clown Grock in Nürnberg seine Abschiedsvorstellung. Meine Schwester und ich bestürmten tagelang unse­ren Vater, mit uns diese Vorstellung zu besuchen. Am Sonntagmorgen hatten wir ihn so weit. Aber als wir vor der Zirkuskasse standen, war die Enttäuschung riesengroß: Sie war geschlossen. Die Vorstellung war seit Tagen ausverkauft!

Doch was war das schon gegen die Enttäuschung, die Jesus in seiner Endzeitrede in der Geschichte von den zehn Brautjungfern beschrieb! Die zu spät gekom­menen wies der Bräutigam schroff ab: „Was wollt ihr denn? Ich kenne euch nicht!“ (Mt 25,12 Hfa)

Im Herold der Wahrheit wurde das „Zu spät“ auf­grund der rätselhaften Schrift entfaltet, die an der Wand im königlichen Festsaal in Babylon erschien (Dan 5,5). Das Erschrecken des Königs Belsazar wird anschaulich in Daniel 5,6 beschrieben: Er „wurde bleich und seine Gedanken erschreckten ihn so sehr, dass ihn alle Kraft verließ und seine Knie zitterten“ (GNB). Dieses Entsetzen droht jedem, der einst „ge­wogen und für zu leicht befunden“ wird (V. 27).

Jesus wurde Mensch, um uns vor diesem Urteil zu bewahren. „Zu spät!“ ist ein unerquickliches Thema, aber es ist uns aufgetragen, darüber zu sprechen, be­vor Gottes rettende Botschaft verhallt. Denn Jesus lehrt uns: Es gibt in der Heilsgeschichte ein „Zu spät!“.

Die gute Nachricht ist: Noch ist es nicht so weit. Noch ist Gnadenzeit! Noch steht die Tür offen für alle, die zu Jesus wollen.

© Advent-Verlag Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung

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