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Andacht 30.08.2017

30.08.2017 | von Jens-Oliver Mohr

zettberlin | photocase.de

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Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen. Johannes 3,30

Ein Thema, das immer aktuell ist, ist das Thema Essen. Oder besser gesagt: das Nicht-Essen. Dabei geht es hauptsächlich um die Kunst, nicht zu viel zu essen, um abzunehmen. Manche trinken vier Liter Ingwertee am Tag, andere essen nur Salat und Sushi oder joggen jeden Morgen - nur um schlank zu wer­den bzw. zu bleiben. Die Kleidergröße 32 wurde in dem Land mit den meisten Übergewichtigen erfun­den: in Amerika. Dort nennt man sie „Size Zero“. Hier in Deutschland gibt es nur sehr wenige Geschäfte, die diese Größe überhaupt anbieten. Die Weltgesund­heitsorganisation warnt sogar davor. Denn wenn es diese Größe gibt, dann kommen Frauen auch auf die Idee, sich dort hinein zu hungern. Von manchen Lauf­stegen wurden bereits Size-Zero-Models verbannt.

Dennoch bleiben die Zahlen der Waage ein ernst­zunehmendes Argument. Wenn da zu viel angezeigt wird, heißt es: abnehmen! Kein schönes Wort. Vor dem inneren Auge ziehen Bilder von Gemüsebrühe und Rohkost vorüber - karge Zeiten.

Es gab Menschen, die haben es mit wildem Honig und Heuschrecken probiert. Welch eine Diät! Johan­nes der Täufer hat sie schon vor 2000 Jahren eingehal­ten (Mt 3,4). Viel wird man dabei wahrscheinlich nicht ansetzen können. Und dennoch sagt der Täufer von sich: „Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen.“

Uns ist schon klar, dass er damit nicht sein Ge­wicht gemeint hat. Hier ging es um viel mehr. Dieser Moment war ganz entscheidend im Leben des Täufers. Es war der Wendepunkt in seinem Dienst. Bis jetzt waren die Menschenmassen ihm nachgelaufen, und er war ihr Star gewesen. Und dann trat Jesus auf, und der Stern des Täufers sank unaufhaltsam. Die Men­schen folgten jemand anderem. Es kann ganz schön am Selbstwert nagen, wenn Einfluss und Ansehen abnehmen.

Doch Johannes hielt dem stand und sprach es offen an. Es ist also nicht sein Körpergewicht, das reduziert werden muss, sondern das Gewicht des Egos. Manch einer ist so voll von sich selbst, dass da gar kein Platz mehr für andere bleibt - und schon gar nicht für Jesus. Den nämlich meinte Johannes, als er sagte: „Er muss wachsen.“ Denn wenn Jesus in unser Leben tritt, dann wird unser Ego kleiner, und wir ler­nen, an unsere Mitmenschen zu denken. In diesem Sinne ist diese „Jesus-Diät“ wirklich zu empfehlen.

© Advent-Verlag Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung

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