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Andacht 31.08.2017

31.08.2017 | von Siegfried Wittwer

Rina H. | photocase.de

Rina H. | photocase.de

Wer Asche hütet, den hat sein Herz getäuscht und betört, sodass er sein Leben nicht erretten und nicht zu sich sagen wird: ist das nicht trug, woran meine Rechte sich hält? Jesaja 44,20

Zur Zeit des Propheten Jesaja brannte der Glaube an den lebendigen Gott in Israel nur noch auf kleiner Flamme - wenn überhaupt. Die Menschen hatten sich Götzenbilder angefertigt, verehrten diese und riefen sie um Hilfe an.

Jesaja versuchte ihnen die Augen zu öffnen, indem er sie fragte, warum sie vor einem Holzklotz nieder­knien würden. Vor einem Holzklotz! Den einen Teil des Baumes nahmen sie als Brennholz, um Essen zu kochen oder sich zu wärmen, den anderen Teil schnitz­ten sie zu einem Gottesbild und flehten es an: „Errette uns, denn du bist unser Gott!“

Sie erkannten nicht, dass alles, worauf sie sich ver­lassen hatten, nur Trug und Täuschung war. Ein Stück Holz konnte ihnen nicht helfen, konnte ihr Leben nicht retten.

Wir mögen heute über diese primitiven Vorstellun­gen lächeln. Dabei klammern wir uns ebenso an Holz, Stoff, Stein, Plastik und Metall, um glücklich zu wer­den. Wir verbringen mehr Zeit mit dem Computer als mit dem Wort Gottes. Wir chatten länger mit Leuten im Internet, als wir beten. Wir opfern unserem Haus Geld, Zeit und oft auch unsere Gesund-heit. Wir inves­tieren mehr in unsere Hobbys als in unsere Beziehung zu Jesus. Wir werfen mehr in den Rachen der Kosme­tikindustrie, als wir für Not leidende Menschen geben, und wir beugen uns den Vorschriften der Modegöttin eher als dem Willen Gottes. Doch das alles kann uns nicht retten, kann uns kein Leben geben! Und wer meint, es würde ihn glücklich machen, der täuscht sich selbst. Der hütet nur Asche.

So ähnlich würde Jesaja vielleicht heute predigen, und wahrscheinlich würden wir nicht anders reagie­ren als die Menschen damals: Die einen mit grimmi­ger Zufriedenheit, weil endlich jemand die Wahrheit sagt, die anderen empört, weil sie sich auf den Schlips getreten fühlen, und manche würden sich sagen: „Vie­len Dank für solche Predigten! Da bleibe ich nächstes Mal lieber zuhause.“

Was ist mit unserem Glauben, unserer Liebe zu Gott, unserer Hoffnung? Ist auch unser Feuer erlo­schen? Oder brennt es nur noch auf kleiner Flamme? Hüten auch wir nur noch Asche?

© Advent-Verlag Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung

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