thematisches Seitenbild

Andacht 24.09.2017

24.09.2017 | von Matthias Müller

ig3l | photocase.de

ig3l | photocase.de

So kam Jesus auch nach Nazaret, wo er aufgewach­sen war. Am Sabbat ging er, wie er es gewohnt war, in die Synagoge. er stand auf, um aus der Schrift vorzulesen. Lukas 4,16 (Neue Genfer Übersetzung)

In einer kleinen Hausgemeinde im Norden Deutsch­lands habe ich einen Hund erlebt, der sich bei Beginn des Gottesdienstes immer unter eine bestimmte Fuß­bank begibt - einen Platz, den er während der Woche nie nutzt. Dort harrt er still bis zum Ende des Gottes­dienstes aus. Kaum wird das Schlusslied angestimmt, kommt er schwanzwedelnd hervor und bettelt um die Zuwendung der Gottesdienstbesucher. Die Gemeinde darf nie das Schlusslied wechseln. Als sie es doch ein­mal tat, war der Hund verwirrt und verstand die Welt nicht mehr.

Die Gewohnheit von Jesus, am Sabbat zum Gottes­dienst zu gehen, war von anderer Qualität. Er hatte sich bewusst entschieden, das fortzusetzen, was er aus seiner Kindheit kannte, und zwar nicht nur mit passiver Teilnahme. Er beteiligte sich am Gottesdienst in Nazareth, indem er freiwillig einen Bibeltext vorlas und ihn auslegte. Diese Auslegung brachte ihm gewal­tige Schwierigkeiten ein und hätte ihn beinahe das Leben gekostet (Lk 4,28-29).

Wir können am Beispiel von Jesus nicht nur sehen, dass ihm der sabbatliche Gottes-dienst wichtig war, sondern auch, dass Gewohnheiten eine sinnvolle Angelegenheit sein können. Gerade in Zeiten großer Umbrüche im Leben, Verluste oder Verunsicherun­gen, wo einem Orientierung oder Antrieb fehlen und man sich zu nichts aufraffen kann, sind Gewohnhei­ten eine Stütze. Man kann sie im besten Sinne des Wortes auch „Rituale“ nennen, also bestimmte Abfol­gen, die man sich angewöhnt hat, mit deren Hilfe Raum und Zeit geordnet werden. Solche Gewohnhei­ten kann man sich schwerlich in Krisenzeiten schaf­fen; sie müssen vorher entwickelt worden sein - dann sind sie eine Hilfe, wenn man sie braucht.

Regeln zu haben bedeutet nicht zwangsläufig, dass man unflexibel ist. Es gibt genug Herausforderungen im Leben, bei denen man sich ständig neu entscheiden muss. Warum also nicht im Glaubensleben ein paar Gewohnheiten einrichten, die uns entspannen und wie ein Geländer wirken, an dem wir sicher entlang­gehen können? Ein regelmäßiger Gottes-dienstbesuch wäre sicher ein guter Anfang.   

© Advent-Verlag Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung

© Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland

ADRAAdventverlagAdvent-Wohlfahrtswerk Bundesstelle (AWW)Theologische Hochschule FriedensauHOPE ChannelKrankenhaus WaldfriedeMedienzentrum Stimme der HoffnungDeutscher Verein für Gesundheitspflege (DVG)Schulzentrum Marienhöhe