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Andacht 27.09.2017

27.09.2017 | von Thomas Lobitz

froodmat | photocase.de

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Ein verständiger Mann trägt seine Klugheit nicht zur Schau; aber das Herz des Toren schreit seine Torheit hinaus. Sprüche 12,23

Das Internet ist eine große Meinungsmaschine. In un­zähligen Online-Foren wird über Politik, Kultur, Reli­gion, Technik oder Beziehungen diskutiert. Neben diesen ernsthaften Themen gibt es auch einen regen Austausch über diverse Stars und Sternchen und ihre peinlichen Ausrutscher - manchmal ganz im Wort­sinn. Besonders attraktiv sind die sozialen Medien wie Facebook oder Twitter, wenn es darum geht, der Welt seine Sicht der Dinge mitzuteilen.

Gelegentlich sehe ich mich neugierig in solchen Diskussionsforen um. Immer öfter bin ich erschro­cken über das Niveau der dort publizierten Beiträge. Da wird geschimpft, schwadroniert, niedergemacht und verspottet, was die Tastatur hergibt. Auf einen vernünf-tigen Satz kommen bisweilen zehn dümmli­che Bemerkungen. Was mich besonders traurig macht: Bei unterschiedlichen Meinungen wird oft nicht sach­lich argumentiert, sondern der andere wird immer häufiger sozial geächtet. Selbst christliche Internet­diskussionen sind von diesem verurteilenden Geist befallen. Vor allem bei strittigen Themen wie Homo­sexualität ist das zu beobachten.

Das scheint keine neue Erscheinung zu sein, denn bereits König Salomo musste vor 3000 Jahren fest­stellen, dass besonders die halbgaren und unvernünf­tigen Gedanken dazu neigen, hinausgeplärrt zu wer­den, wie der zitierte Andachtstext zeigt.

Als Alternative nannte Paulus: „Lasst uns aber wahrhaftig sein in der Liebe (Eph 4,15) Modern ausgedrückt: Bleibt authentisch (wahrhaftig) in dem, was ihr sagt, heuchelt nicht, verbiegt euch nicht. Aber seid auch einfühlsam, denn ihr sprecht zu euren Mit­menschen, die ihr lieben sollt wie euch selbst.

Als meine Frau in einem christlichen Internetfo­rum, in dem es zeitweise hoch herging, ihre eigene Wortwahl überprüfte und auch offen schrieb, was sie bei einigen Beiträgen empfand, änderte sich das Dis­kussionsklima schlagartig. Sie blieb bei sich, griff nie­manden an, sondern offenbarte ihre Gefühle. Sofort hatte sie Mitstreiter. Einige baten wegen kränkender Äußerungen um Verzeihung. Schon bald konnten unterschiedliche Meinungen wieder unbefangen aus­getauscht werden, weil ein Geist der Wertschätzung einzog.

Warten wir also nicht auf andere, sondern seien wir selbst wahrhaftig und liebevoll.

© Advent-Verlag Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung

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