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Andacht 02.01.2018

02.01.2018 | von Daniel Wildemann

zettberlin | photocase.de

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Unser tägliches Brot gib uns heute. Matthäus 6,11

Die Bibel kennt den Gedanken des Täglichen. Im Alten Testament lese ich vom „täglichen Opfer“, den täglichen Begegnungen des Priesters mit Gott. Das Neue Testament spricht vom „täglichen Brot“ und meint damit nicht allein die leibliche Speise (Mt 4,4). Nach Auffassung der Bibel gibt es also Dinge im Leben, die täglich von Bedeutung sind. Heute eben.

Heute heißt: nicht gestern. Vielleicht liegen glanz­volle Zeiten hinter mir und ich halte sie wie ver­steinerte Denkmäler fest. Doch leben sie nur noch schwach in mir. Das Gestern kann mich von meinem Heute abhalten.

Heute heißt: nicht morgen. Es gibt eine Tendenz bei gläubigen Menschen, alles Gute auf die Zukunft zu vertagen. Vielleicht hoffe ich auf bessere Zeiten, und die ferne Zukunft erscheint mir erträglicher, als der vor mir liegende Tag. Das Morgen gehört mir nicht. Ich habe immer nur das Hier und Jetzt, die Gegen­wart, das Heute eben. Es ist voller Möglichkeiten.

Im „täglichen Opfer“ begegnete der Priester mor­gens und abends Gott, wie auch das hebräische Wort für Opfer eigentlich „sich nähern“ bedeutet. Täglich sucht der Mensch „als Priester“ die Nähe Gottes. Ver­binde ich den Ein- und Ausgang meines Tages mit ihm? Das „tägliche Brot“ ist dem Gläubigen Nahrung auf seinem Lebensweg. Täglich kann er das für den Tag Nötige von Gott empfangen. Bin ich Empfangen­der? „Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, so verstockt eure Herzen nicht.“ (Hbr 3,7-8) Heute kann ich hinhören. Heute kann mich die Begegnung mit Gott auch kalt lassen. Im Heute liegt ein Geschenk und es birgt die Chance, Gott neu zu erfahren und ihm neu zu begegnen.

Das Heute ist Geheimnis. Ein indisches Sprichwort weiß: „Im Heute liegt dein ganzes Leben verborgen.“ Dieses Wissen wertet den vor mir liegenden Tag auf und ist eine Einladung, ihn bewusst, man könnte sagen „fragend“, zu leben.

Der römische Dichter Horaz (65-8 v. Chr.) forderte in einem berühmt gewordenen Gedicht mit den Wor­ten carpe diem dazu auf, die flüchtige Lebenszeit jeden Tag bewusst zu nutzen.

Was hält der heutige Tag für mich bereit? Bin ich bereit für Überraschungen und unvorhergesehene Be­gegnungen? Rabbi Hillel (um 110 v. Chr. bis 9 n. Chr.) fragte: „Wenn nicht jetzt, wann dann?“

© Advent-Verlag Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung

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