Andachten

Andacht

Andacht 19.04.2018

19. April 2018 | Christian Lutsch

Andacht 19.04.2018

Wenn ein Bruder oder eine Schwester Mangel hätte an Kleidung und an der täglichen Nahrung und jemand unter euch spräche zu ihnen: Geht hin in Frieden, wärmt euch und sättigt euch!, ihr gäbet ihnen aber nicht, was der Leib nötig hat - was könnte ihnen das helfen?

„Das geht mich doch nichts an!“, sage ich, wenn ich Angst davor habe, meine Nase zu tief in die Sorgen von jemand anderem zu stecken. Es sah noch nie gut aus, wenn sich jemand einmischt. Das gibt nur Ärger! Deshalb bleibe ich lieber auf Distanz und schicke einen netten Segensgruß.

Wie oft habe ich anderen schon gesagt: „Ich bete für dich“, und habe es doch nicht getan - dann war dies zwar ein schneller, aber letztendlich schwacher Trost. Und wenn ich ganz ehrlich zu mir bin, entpuppt sich dieser fromme Zuspruch oft nur als ein Weg, aus der Nummer recht bald wieder rauszukommen. Nur nicht zu tief eintauchen! Wir brauchen keine Masken, um uns von anderen Menschen zu distanzieren. Das geht auch wunderbar mit Geldspenden, Segenswünschen, Ritualen, ja selbst mit Fürbitte. Wir nennen das „professionelle Distanz“, um uns selbst zu schützen und nicht vereinnahmt zu werden. Das ist klug.

Doch dann erlebe ich mich selbst in Situationen, in denen ich Hilfe brauche. Ich sehne mich nach jeman­dem an meiner Seite, der zuhört. Und dann kommt: „Ich bete für dich“, und ich bleibe ohne Trost. Nie­mand tröstet, indem er ausschließlich religiöse Flos­keln gebraucht. Nähe tröstet, Zuhören tröstet - das hatten die Freunde Hiobs (zunächst) richtig verstan­den (Hiob 2,11-13). Was könnte es helfen, wenn sich niemand dem anderen wirklich hingibt? Wenn man sich nicht „mit den Fröhlichen freut“ und „mit den Weinenden weint“ (Röm 12,15)? Wenn keiner Interes­se an den Problemen und Sorgen von jemand anderem zeigt? (Vgl. Mt 25,34-36.)

Gott ist in Jesus Christus Mensch geworden. Er kommt in diese Welt. Er steckt seine Nase in unsere Angelegenheiten und mischt sich ein. Das war für vie­le seiner Zeitgenossen so unangenehm, dass man ihn aus dem Weg räumte. Aber gleichzeitig auch so heil­sam, dass der Weg für eine heile Welt frei geworden ist!

„Das geht mich nichts an“ ist keine Alternative für mich, wenn ich Gott ernst nehmen will. Wo tätige Liebe gefordert ist, da mische ich mich ein.

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