Andachten

Andacht

Andacht 22.04.2018

22. April 2018 | Beate Strobel

Andacht 22.04.2018

Ich will euch trösten wie eine Mutter ihr Kind.

Ich habe an der Stirn eine winzige Narbe. Beim Haare­föhnen erinnere ich mich stets daran, wie sie entstan­den ist. Ich war damals sechs Jahre alt und rumste mit meinem neuen Roller ungebremst in den Sandkasten. Beim Aufrappeln fasste ich mir ins Gesicht - alles war blutig und tat weh, mein Herz war auf 180 und um mich herum sah ich die fassungslosen Gesichter mei­ner Spielgefährten. Einer von ihnen rannte zum Glück sofort zu meiner Mutter. Ich erinnere mich noch ge­nau daran, wie meine Mutter mich in den Arm nahm und beruhigend auf mich einredete. Wie sie mir mit einem Tuch vorsichtig das Blut abwischte und mir einen heißen Kakao machte, bevor wir ins Kranken­haus fuhren, um die Wunde nähen zu lassen. Und irgendwie war in den Armen meiner Mutter auf ein­mal alles nur noch halb so schlimm.

Getröstet zu werden ist eine starke Erfahrung über die Kindheit hinaus. Auch wenn man sich als Erwach­sener weniger die Stirn als die Seele blutig stößt. Aber ich kenne bis heute Momente, in denen ich mich ähn­lich fühle wie damals, als ich auf meine blutver­schmierten Hände starrte: wie ein tollpatschiger Dummkopf. Dann braucht man jemanden, der einen aufbaut und mit Worten und Taten hilft, wieder Mut im Leben zu bekommen. Möglicherweise geht es in erster Linie auch gar nicht darum, dass immer alles glattläuft. Sondern vielmehr darum, dass ich weiß, welches Lebensfundament mir in Krisen die Kraft gibt, weiterzumachen und inneren Trost zu finden.

Der zitierte Bibeltext sagt: Gott ist so ein Tröster - wie eine gute Mutter, liebevoll, sanft und achtsam. Der Philosoph Immanuel Kant schrieb einmal sehr be­rührend: „In allen Büchern, die ich gelesen habe, habe ich nichts gefunden, was mein Herz so still und froh gemacht hätte, wie die vier Worte aus Psalm 23: ,Du bist bei mir/“ Sie gaben einem der gebildetsten Män­ner der Neuzeit Halt.

So wie ein Kind Trost erfährt, weil es weiß, dass seine Mutter da ist, so dürfen wir wissen, dass Gott da ist. Wer diesen Zuspruch erfährt, der braucht keine Angst zu haben, bei kniffligen Herausforderungen „trostlos“ zu werden. Ich wünsche dir für heute, dass du dich von Gott gehalten und geliebt fühlst und da­raus Kraft schöpfen kannst.

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