Andachten

Andacht

Andacht 18.05.2018

18. Mai 2018 | Lothar Reiche

Andacht 18.05.2018

Markus nimm zu dir und bring ihn mit dir; denn er ist mir nützlich zum Dienst.

Das war nicht immer so. Durch Markus gerieten die beiden Apostel Paulus und Barnabas einmal „scharf aneinander“ (Apg 15,39). Doch Paulus durfte erfah­ren, dass ein Mensch, der wegen seiner Schwäche (fehlende Ausdauer) zunächst unbrauchbar erschien, durchaus nützlich werden konnte.

An diese Erfahrung wurde ich durch eine gleich­nishafte Geschichte erinnert. In einer Zeit, als das Wasser noch nicht aus dem Hahn floss, sondern vom Brunnen geholt werden musste, war eine Frau täglich mit zwei Krügen unterwegs. Die am Brunnen mit Wasser gefüllten Krüge trug sie, den einen rechts, den anderen links, zurück zu ihrer Hütte. Wenn sie da­heim ankam, war der Krug zur Rechten noch gut gefüllt, der zur Linken dagegen nur noch halb voll. Warum? Der linke Wasserkrug hatte einen kleinen Sprung und dadurch lief die Hälfte des Wassers unter­wegs aus.

„Du bist nicht mehr nützlich!“, hätte die Wasser­trägerin sagen können. „Ich kann dich nicht mehr brauchen!“

Der Krug selbst wusste um seinen Mangel: „Ja, ich bin ein Versager. Wenn ich so sein könnte wie der an­dere, dann erführe auch ich Anerkennung und Lob, aber mit meinem Sprung werde ich immer der wenig brauchbare und anerkannte bleiben. Ich schäme mich meines Versagens.“

Obwohl die Frau dadurch immer nur ein volles und ein halb volles Gefäß nach Hause brachte, sah sie das anders. „Ist dir aufgefallen“, sagte sie zu dem Krug zur Linken, „dass auf deiner Seite das Grün viel frischer aussieht und sogar Blumen blühen, weil du sie jedes Mal, wenn wir Wasser holen, gießt? Wenn du nicht so wärst, wie du bist, würde es das Grün und die Blumen nicht geben.“

Jeder von uns hat Stärken und Schwächen. Es gibt „Sprünge“ in unserem Leben und es mag sein, dass uns deswegen mancher als unbrauchbar bezeichnet, so wie Paulus einst Markus; aber der vermeintlich Un­brauchbare stellte sich später als wertvoll heraus.

Auch wenn wir nicht so begabt sind wie andere, nicht so viel Aufmerksamkeit erregen oder nicht so viel Applaus erfahren: Auch unser Dasein erfüllt einen Zweck - vielleicht besteht er darin, am Rande unseres Lebensweges für andere Menschen Blumen blühen zu lassen.

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