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Gehen oder Bleiben?

Gehen oder Bleiben?

von Reinder Bruinsma - vorgestellt von Lothar E. Träder

Kategorie: FiD

Ein altes Problem – ein neuer Versuch. Die aktuellen Fakten sind beunruhigend. In der Herbstsit-zung wurde dem Führungsperso-nal unserer Kirche mitgeteilt, dass wir zwar Mitte 2017 rund 20,3 Millionen getaufte Mitglieder zäh-len, aber gleichzeitig von fünf Personen, die wir taufen, zwei sehr schnell wieder andere Wege gehen.Reinder Bruinsma kennt als Pastor diese Problematik und versucht ihr in seinem Buch gegenzusteuern. Die Ursachen für den enormen Mitgliederschwund sieht er in theologischen Tendenzen in unse-rer Kirche. Schon im ersten Kapitel stellt er fest: „Ich weigere mich, die Bibel in der wortwörtlichen (und oftmals fundamentalistischen) Weise zu lesen, die in dieser Zeit populär zu sein scheint.“ (S. 18)
Dieser Befund wird vom Autor mehrmals wiederholt und zugleich personifiziert: „Ohne Zweifel hat Wilsons Herangehensweise an die Bibel die immer schon gegenwärti-gen fundamentalistischen Tenden-zen im Adventismus gestärkt.“ (S. 60) Als konkretes Beispiel verweist Bruinsma auf die Verschärfung des Artikels 6 (Schöpfung).
Neben einer kurzen Übersicht der Kirchengeschichte schildert Bruins-ma bestimmte Krisen in der Ad-ventgemeinde. Der Autor bemüht sich, die am Rande Stehenden für ihre Kirche zu gewinnen. Loyalität erwartet Bruinsma vor allem der Ortsgemeinde gegenüber, weniger gegenüber den oberen Hierarchie-ebenen. „Deshalb lautet meine wichtigste Frage: Kann ich mich ... mit meiner Ortsgemeinde identifi-zieren? ... Herrscht dort eine Atmo-sphäre, in der ich geistlich, emotio-nal, sozial und intellektuell gedei-hen kann? Ist es eine Gemeinde, wo ich selbst denken kann, Zweifel haben darf und mit anderen nicht übereinstimmen muss?“ (S. 136 f.) Es ist bitter, wenn der Grund für die vielen Adventisten, die am Rande stehen oder die Gemeinde schnell wieder verlassen, im theo-logischen Zustand unserer Kirche liegt!
Auch über Ellen White finden sich erhellende Sätze: „Viele Ausein-andersetzungen in der adventis-tischen Kirche hätten vermieden werden können, wenn ihre frühe-ren Leiter williger gewesen wären, allen Gemeindegliedern das mit-zuteilen, was viele von ihnen schon lange über Ellen White wussten.“ (S. 186)
Nach den vielen kritischen Aussa-gen stellt Bruinsma die entschei-dende Frage: „Können wir mit gutem Gewissen adventistische Gemeindeglieder bleiben?“ (S. 189)
Hier findet sich ein klares Ja – aber mit dem Hinweis auf eine deutli-che Hierarchie der Wahrheiten. Er entwirft ein System konzentrischer Kreise (S. 206), das jeder für sich modifizieren könne.
„Lasst es uns wagen, Teil der adven-tistischen Glaubensgemeinschaft zu sein und zu bleiben, während wir zugleich unabhängig denken und niemals unsere persönliche In-tegrität aufs Spiel setzen.“ (S. 215) „Es ist nicht erforderlich, sklavisch ‚Ja und Amen‘ zu allen 28 offiziellen Glaubensüberzeugungen unserer Kirche zu sagen, um ein ‚wahrer‘ Adventist zu sein.“ (S. 218)
Die Sprache des Buches ist leicht verständlich, viele Buchempfehlun-gen ergänzen den Text. Ein Buch, das nicht nur Zweifler ansprechen wird, sondern auch für alle geeig-net ist, die vor der Frage stehen: „Gehen oder bleiben?“

ISBN 978-0-9957068-0-4
238 Seiten
16,90 Euro
Advent-Verlag
Lüneburg, 2017

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