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Gaben und Fähigkeiten

Manche Menschen leiden unter dem Gefühl, keine besonderen Begabungen zu haben. Sie halten sich für mittelmäßig oder völlig überflüssig. Häufig orientieren sie sich an Vorbildern, die es auf bestimmten Gebieten zu etwas gebracht haben. Mit Bewunderung und vielleicht sogar Neid verfolgen sie alles, was diese talentierten Menschen hervorbringen, und fragen sich, warum sie selbst nicht dazu in der Lage sind.
Diese Unzufriedenheit ist völlig unnötig. In der Bibel ist oft davon die Rede, dass Gott jedem von uns mindestens eine Gabe oder Fähigkeit schenkt. Dabei geht er sehr individuell vor. Im Miteinander entwickeln die verschiedenen Fähigkeiten ihre volle Wirkung und ergänzen sich zu einem harmonischen Ganzen.
Die Gemeinde wird oft mit einem Organismus verglichen, der aus vielen Teilen besteht. Jedes hat eine Funktion.

„Denn der menschliche Körper ist eine Einheit und besteht doch aus vielen Teilen. Aber all die vielen Teile des Körpers bilden zusammen den einen Organismus. So ist es auch mit Christus. Denn wir alle sind durch den einen Geist in einen einzigen Leib eingegliedert. Ein menschlicher Körper besteht ja auch nicht nur aus einem Teil, sondern aus vielen. Wenn nun der Fuß behaupten würde: "Weil ich nicht Hand bin, gehöre ich nicht zum Leib" - hört er damit auf, Teil des Körpers zu sein?  Und wenn das Ohr erklären würde: "Weil ich kein Auge bin, gehöre ich nicht zum Leib" - gehört es deshalb nicht dazu?  Wenn der ganze Körper aus einem Auge bestünde, wo wäre dann sein Gehör? Und wenn alles Gehör wäre, womit könnte er riechen?  Nun hat aber Gott jedes Teil so in den Leib eingefügt, wie es seinem Plan entsprach.  Wären alle zusammen nur ein einziges Glied, wo wäre dann der Leib? Aber nun gibt es viele Glieder und alle gehören zu dem einen Körper.“  (1. Korinther 12,14-20)

Die eine Gabe und die vielen Gaben

Dass der Glaube an Jesus Christus uns nicht zu armen, bedauernswerten Geschöpfen macht, sondern zu reich gesegneten Kindern Gottes, ist biblische Botschaft und erfahrbare Wirklichkeit zugleich. „Wenn Gott uns Christus gab, wird er uns mit ihm dann nicht auch alles andere schenken?“, fragte Paulus voller Zuversicht (Römer 8,32 NL). Die Antwort darauf hatte er selbst bereits gegeben. „Der Lohn, den die Sünde zahlt, ist der Tod. Gott aber schenkt uns unverdient, aus reiner Gnade, ewiges Leben durch Jesus Christus, unseren Herrn.“ (Römer 6,23 GNB) Das Wort, das Paulus hier verwandte, ist charisma, Gnadengabe. Es steht in der Einzahl und zeigt, dass alles, was uns Gott anlässlich seines Sieges auf Golgatha schenkt, in einem einzigen, umfassenden Geschenk enthalten ist: in Christus selbst (vgl. Römer 5,15-17).

Von dieser einzigartigen Gnadengabe Jesus Christus (charisma) lassen sich alle andern Gaben Gottes (charismata) ableiten. Sie sind konkrete Ausformungen der göttlichen Gnade (charis) und zeigen sich auf vielfältige Weise im Leben der Gläubigen und der Gemeinde (1. Petrus 4,10).

Wer den Ruf in die Nachfolge Jesu hört und befolgt, wird von Gott zum Dienst befähigt und erhält die Gabe(n), die er oder sie dazu benötigt. Das zeigte sich auch bei der Taufe von Jesus, die sowohl Bestätigung als auch Beauftragung durch seinen Vater war. Als Jesus aus dem Wasser stieg, kam der Heilige Geist sichtbar auf ihn herab (Matthäus 3,13-17; Johannes 1,32f.). So werden alle, die sich in der Taufe zu ihm bekennen, mit „Kraft aus der Höhe“ ausgerüstet (Lukas 24,49) und dazu befähigt, vollmächtige und mutige Zeugen für Jesus zu sein (Apostelgeschichte 1,4-8).  

Wer die größte aller Gaben Gottes – Jesus Christus und das wahre, ewige Leben – angenommen und die verheißene Gabe des Heiligen Geistes – die Geistestaufe – empfangen hat, weiß sich von Gott überreich beschenkt. Solche Menschen werden ihre persönlichen Gaben, Fähigkeiten, Talente und Mittel gern in den Dienst der Liebe für Gott, seine Gemeinde und andere Menschen stellen.
„Dient einander mit den Fähigkeiten, die Gott euch geschenkt hat – jeder und jede mit der eigenen, besonderen Gabe! Dann seid ihr gute Verwalter der vielfältigen Gnade Gottes.“ (1. Petrus 4,10 GNB)

Einhalt in der Vielfalt

So vielfältig die geistlichen Gaben auch sind – sie dienen jeweils auf ihre Weise der Einheit der Gemeinde. Gerade die Unterschiedlichkeit der Glieder trägt dazu bei, dass der ganze Leib Christi versorgt und aufgebaut wird. Wie im menschlichen Organismus jedes Organ seine unverwechselbare Funktion besitzt, so hat auch in der Gemeinde jeder seine Aufgabe. Wenn alle ihre Rolle ausfüllen und sich gegenseitig ergänzen und unterstützen, kann die Gemeinde in gesunder, ausgewogener Weise wachsen und ganzheitlich reifen. Dann bleibt sie auch vor den zerstörenden Einflüssen falscher Apostel, selbsternannter Propheten und Irrlehrer bewahrt, die die Gemeinde bedrohen. Dabei obliegt dem Haupt – Jesus Christus – die entscheidende Schutz- und Führungsfunktion. Es ist der Herr selbst, der seinen Körper in der Liebe zusammenhält und in der Einheit des Glaubens festigt (Epheser 4,12-16). Auch für die Gemeinde gilt, was wir als Einzelne erleben dürfen: Reich beschenkt sind wir in dir, o Gott!

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