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Was Kirche ist

Nach Dietrich Bonhoeffer gibt es nur eine Religion, in der der „Gemein-schaftsgedanke“ zum ureigensten Wesen gehört – das Christentum. Wer Christsein also nur als „Privatsache“ zwischen sich und Gott ansieht, hat die Bedeutung der Kirche noch nicht richtig verstanden.

Ein Blick in die Bibel bestätigt das. Immer wieder betont Paulus in seinen Briefen, dass die Gemeinde der irdische „Leib“ von Jesus ist, in dem die Christen wie „Glieder“ miteinander verbunden sind. Jesus selbst ist das „Haupt“, das den Körper lenkt und leitet (1. Korinther 12; Epheser 4).

Klaus-Uwe Gerhardt |PIXELIO

Diese Sicht hat nicht nur Folgen für das Miteinander der Gläubigen – sie sollen in Liebe zusammenhalten und sich gegenseitig (unter-)stützen –, sondern auch für das Verständnis vom gegenwärtigen Wirken Gottes in der Welt. Bonhoeffers bekannte Wendung „Christus als Gemeinde existierend“ umschreibt eine Wirklichkeit, die im Glauben erfasst und im Leben erfahren werden kann: „Die Kirche ist Gegenwart Christi.“

Nach biblischem Verständnis ist die „Kirche“ weder eine religiöse Organisation noch ein sakrales Gebäude, sondern das Miteinander derer, die im Glauben an Christus vereint sind. Das Neue Testament verwendet dafür den Begriff ekklesia, der soviel wie „Versammlung“ bedeutet. Wo bekennende Christen – und seien es auch nur zwei oder drei (Matthäus 18,20) – zusammenkommen, um Gott und einander im Namen Jesu zu dienen, da ist „Kirche“ – und da ist Gott!

Ein verheißungsvoller Anfang

Besonders eindrucksvoll erlebten dies die ersten Christen am „Geburtstag“ der Kirche – dem Pfingstfest im Jahr 30/31 n. Chr. An diesem Tag erfüllte sich die Verheißung, die Jesus ihnen hinterlassen hatte: „Ihr werdet mit dem Heiligen Geist erfüllt werden, und dieser Geist wird euch die Kraft geben, überall als meine Zeugen aufzutreten.“ (Apostelgeschichte 1,8 GNB)

Was an jenem Tag – und in den darauffolgenden Wochen und Monaten – geschah, war in der Tat außergewöhnlich. Leute, die vor kurzem noch ängstlich hinter verschlossenen Türen gesessen hatten, traten mutig und frei an die Öffentlichkeit und verkündigten das Evangelium von Jesus, dem Herrn und Retter der Welt. Tausende wurden getauft und schlossen sich der Gemeinde an. Kranke wurden geheilt, Notleidende versorgt, Güter geteilt. Die Gemeinde war „ein Herz und eine Seele“ (Apostelgeschichte 2-4). Ein Traumteam!


Barbara-Eckholdt |PIXELIO

Wenn man dagegen Kirche als religiösen Traditionsverein, Gottesdienste als lebensferne Rituale und Glauben als starres Dogma erlebt bzw. empfunden hat, dann erscheint diese Beschreibung eher als idealisierte Schönfärberei. Doch es gibt auch heute eindrucksvolle Beispiele, die zeigen, dass echter Glaube, inspirierende Predigten, lebendige Gottesdienste, solidarisches Miteinander und gesellschaftliches Engagement keine leeren Worthülsen sind.

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