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Rund 62.000 Besucher bei adventistischer Weltsynode in San Antonio

12.07.2015 11:07 | adventisten.de - GK 2015 | von APD

San Antonio, Texas/USA, 12.07.2015 / APD  Mit dem Abendprogramm „Mission in Bewegung“ endete am 11. Juli die zehntägige 60. Weltsynode (Generalkonferenz-Vollversammlung) der Siebenten-Tags-Adventisten in San Antonio. Ein Filmrückblick, der durch den Aufmarsch der entsprechenden Landesvertreter mit der Nationalflagge begleitet wurde, stellte die weltweite Ausbreitung und Mission der Kirche dar. Die Bürgermeisterin von San Antonio, Ivy R. Taylor, grüsste bei der Abschlussveranstaltung die Besucher im Alamodome und bedankte sich bei ihnen und den Veranstaltern für die gute Kooperation mit den Behörden. Am zweiten Samstag der Konferenz nahmen rund 62.000 Besucher am Gottesdienst teil. Die Weltsynode stand unter dem Leitwort „Arise! Shine! Jesus is coming!“ („Mache dich auf! Werde Licht! Jesus kommt wieder!“).


Alamodom, San Antonio (Foto: Karl-Heinz Walter)

Vom 2. bis 11. Juli nahmen die 2.482 registrierten Abgeordneten aus 164 Ländern Rechenschaftsberichte der vergangenen fünf Jahre entgegen, beschlossen Änderungen in der Gemeindeordnung und wählten die Verantwortungsträger der Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) sowie der 13 Kirchenleitungen auf überregionaler oder kontinentaler Ebene (Divisionen). Die nur alle fünf Jahre stattfindende Weltsynode ist das oberste Entscheidungsgremium der protestantischen Freikirche. Die Delegierten tagten öffentlich und vertraten 18,5 Millionen erwachsen getaufte Adventisten.

Wahl der Weltkirchenleitung

Die Delegierten wählten mit dem US-amerikanischen Pastor Ted N. C. Wilson (65) den amtierenden Präsidenten der Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) wieder. Er ist der 20. Präsident seit Gründung der Generalkonferenz im Jahr 1863. Sein Vater, Neal C. Wilson, war bereits von 1979 bis 1990 Präsident der Generalkonferenz. Im Amt bestätigt wurde auch der Generalsekretär der Weltkirchenleitung, Pastor G. T. Ng. Ferner wurde der aus der Dominikanischen Republik stammende Pastor J. R. Prestol-Puesán als neuer Finanzchef der Weltkirchenleitung gewählt. Er folgt auf den Kanadier Robert E. Lemon, der seit 2002 im Amt war und nun in Ruhestand geht.

Die Zahl der Allgemeinen Vizepräsidenten der Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) wurde von neun auf sechs reduziert und eine Frau sowie fünf Männer für diese Aufgaben gewählt. Die Allgemeinen Vizepräsidenten sind neben dem Präsidenten die höchsten Repräsentanten der adventistischen Weltkirchenleitung. Als Begründung für die Reduzierung gab Weltkirchenpräsident Ted Wilson an, dass die Aufgaben im Büro der Weltkirchenleitung auch von weniger Vizepräsidenten ausgeführt werden könnten.

Wahl der Kirchenleitung in West- und Südeuropa
Am 6. Juli war der portugiesische Pastor Mário Brito (60) zum neuen Präsidenten der Kirchenleitung in West- und Südeuropa (Intereuropäische Division, EUD) berufen worden, die ihren Sitz in Bern/Schweiz hat. Er tritt die Nachfolge von Pastor Bruno Vertallier (67) an, der in den Ruhestand tritt. Zum Generalsekretär wurde am 9. Juli Pastor Barna Magyarosi (41) aus Rumänien gewählt, der seit 2010 für die Abteilungen Bildung sowie Ehe & Familie in der EUD verantwortlich war. Magyarosi tritt die Nachfolge von Gabriel Maurer (58) an, der inzwischen über 17 Jahre in der Intereuropäischen Kirchenleitung in Bern gearbeitet hat. Als EUD-Finanzchef wurde Norbert Zens (49) wiedergewählt.
Berichte
Der Exekutivsekretär der Weltkirchenleitung, der aus Singapur stammende Pastor G. T. Ng, legte den Delegierten seinen Rechenschaftsbericht für die vergangenen fünf Jahre vor. Danach stieg die Mitgliederzahl der erwachsen getauften Siebenten-Tags-Adventisten weltweit seit Anfang 2010 von 16,3 Millionen auf 18,5 Millionen Ende 2014. Als Meilensteine erwähnte Ng die Taufzahlen im Jahr 2014: Es wurden 1,16 Millionen neue Mitglieder getauft. Im gleichen Jahr sind global auch 2.446 neue Kirchgemeinden gegründet worden sodass es Ende 2014 weltweit 78.810 adventistische Kirchgemeinden gab.

David Trim, Direktor des Büros für Archive und Statistiken der Weltkirchenleitung, ergänzte und kontrastierte den Bericht des Exekutivsekretärs: Mehr als 33 Millionen Menschen seien während der letzten 50 Jahren Mitglieder der Siebenten-Tags-Adventisten gewesen, davon hätten aber mehr als 13 Millionen die Kirche wieder verlassen. Die Nettoverlustrate betrage 39 Prozent. Dies bedeute, dass während den letzten 50 Jahren vier von zehn Mitgliedern die Kirche verlassen hätten.
Robert Lemon, in den Ruhestand tretender Finanzchef, berichtete, dass das weltweite Zehntenaufkommen der Adventisten trotz Finanzkrise in den vergangenen fünf Jahren weltweit um 30 Prozent gestiegen sei: Von 1,74 Milliarden Franken im Jahr 2009 auf 2,25 Milliarden Franken im Jahr 2014.

Beschlüsse, Strategien und Initiativen


Die Delegierten haben am 8. Juli mit 1.381 gegen 977 Stimmen entschieden, dass es den weltweit 13 überregionalen oder kontinentalen Kirchenleitungen (Divisionen) auch weiterhin nicht gestattet sein soll, in ihrem Gebiet Frauen, die im Pastorendienst tätig sind, zu ordinieren.

Ferner wurden Änderungen an einigen der 28 Artikel der „Glaubensüberzeugungen“ der Freikirche vorgenommen. Die meisten Anpassungen waren sprachlicher Natur. Grössere Veränderungen gab es bei Artikel 6 „Die Schöpfung“, sowie bei Artikel 18 „Die Gabe der Weissagung“, der die Bedeutung der Schriften der Mitgründerin der Kirche, Ellen Gould White, für die Adventisten beschreibt.

Den Abgeordneten wurde die strategische Planung der Weltkirche für die Jahre 2015 bis 2020 vorgestellt: „Reach the World“ (Die Welt erreichen). Die strategische Planung hat drei Stossrichtungen: Stärkung der Gottesbeziehung, der Beziehungen in der Kirche sowie der Beziehungen zu Menschen ausserhalb der Kirche .

Die adventistischen Kirchgemeinden erhielten in der Wahlperiode 2010 bis 2015 Anregungen für das geistliche Leben durch die Initiative der Weltkirchenleitung: „Erweckung und Reformation“. Für die nächsten fünf Jahre wurden am 10. Juli zwei Nachfolgeinitiativen lanciert: „Glaubt seinen Propheten“ (Believe his Prophets) und „Vereint im Gebet“ (United in Prayer). Es sind dies Bibellese- und Gebetsinitiativen mit denen die Mitglieder der Kirche ermutigt werden sollen, auch über Kontinente hinweg und mittels moderner Kommunikationsmittel, gemeinsam die Bibel zu lesen sowie miteinander zu beten.

Ehrengäste
Wie bei vorangegangenen Generalkonferenz-Vollversammlungen konnten auch diesmal wieder Ehrengäste begrüsst werden. Unter anderen waren Pfarrer César García, Präsident der Mennonitischen Weltkonferenz (MWC) und Pfarrer François Clavairoly, Präsident des Bundes der protestantischen Kirchen in Frankreich (FPF), nach San Antonio gekommen und richteten ein kurzes Grusswort an die Abgeordneten. Weitere Ehrengäste waren hochrangige adventistische Politiker aus unterschiedlichen Ländern, wie der Senatspräsident von Jamaika, Floyd Morris, und die US-Kongressabgeordnete Sheila Jackson Lee.

Ausstellung


Im angrenzenden Henry B. Gonzalez Convention Center stellten 372 adventistische Organisationen, Verlage, Hochschulen, Krankenhäuser, Fernseh- und Radiostationen sowie Sozial- und Missionswerke ihre Aktivitäten vor. Darunter waren aus Deutschland das Medienzentrum „Stimme der Hoffnung“, die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA, die Theologische Hochschule Friedensau, das Natur-Hotel „Die Arche“ und aus der Schweiz die Rehabilitations-Klinik „La Lignière“.

Sprachen


Für die Verständigung der Delegierten und Besucher sorgten 102 Dolmetscher durch Simultanübersetzungen in zehn Sprachen: Chinesisch, Deutsch, Französisch, Indonesisch, Japanisch, Koreanisch, Portugiesisch, Rumänisch, Russisch, Spanisch.
Alters- und Geschlechterrepräsentanz
Obwohl schon die Delegierten früherer Weltsynoden bemängelten, dass unter den Abgeordneten zu wenige junge Menschen unter 30 Jahren vertreten seien, waren auch diesmal lediglich 6 Prozent der 2.566 zugelassenen Delegierten unter 30. Mit 35 Prozent waren die zugelassenen Abgeordneten im Alter von 50 bis 59 am stärksten vertreten, gefolgt von 26 Prozent der 40- bis 49-Jährigen. Mehrmals wurde von den Delegierten kritisiert, dass obwohl etwa 60 Prozent der Adventisten weltweit Frauen seien, sie in der Geschäftsstelle der Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) und in den 13 Kirchenleitungen auf überregionaler oder kontinentaler Ebene (Divisionen) unterrepräsentiert seien. Unter den 2.566 zugelassenen Delegierten waren lediglich 17 Prozent Frauen.

Medien


Nachrichten und Einblicke in die Arbeit der Delegierten der 60. Weltsynode der Siebenten-Tags-Adventisten in San Antonio, waren im adventistischen Fernseh- und Radioprogramm „Hope Channel“ in deutscher Sprache zu sehen und zu hören. Sie können in der Mediathek des Senders abgerufen werden: www.hopechannel.de/mediathek/.

Die nächste turnusmässige Weltsynode ist im Juli 2020 in Indianapolis, Indiana/USA, im Lucas Oil Stadium geplant.

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