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11. September – vom Entsetzen zur Hoffnung

Ein Kommentar von Klaus van Treeck

Diesen Tag vergesse ich nie. Vielleicht geht es Ihnen auch so. Sie sind noch da, die Gedanken und Gefühle, die der 11. September ausgelöst hat. Sofort sind die Menschen präsent, mit denen ich vor dem Bildschirm gesessen habe. Ich sehe die Angst vor einem Weltkrieg, der Selbstvernichtung der Rasse Mensch oder dem Ende der Welt noch vor Augen. Der Schock ähnliche Zustand, die Lähmung, das Entsetzen, die Wut, die Trauer – auf Knopfdruck sind sie abrufbar. Der Glaube an das Gute im Menschen, der Traum einer Welt, in der Menschen einander respektieren und achten, nur ihrem Gewissen folgen dürfen, glauben und reden dürfen, wovon sie überzeugt sind, hat am 11. September einen Dämpfer bekommen, der unserer Generation noch tief in den Knochen sitzt. Was bleibt noch, wenn Diplomatie, Abkommen, Gipfeltreffen, den Frieden nicht sichern können, sich als ohnmächtig gegenüber den Problemen von Hunger und Durst, Armut, Gleichstellung und Freiheit erweisen? Als wie sinnlos entpuppen sich wirtschaftliche Sanktionen, militärische Machtdemonstrationen und Terror?

Vielleicht findet sich in den großen Prophezeiungen unserer Geschichte ein Denkanstoß. Abraham (2. Jahrtausend v.Chr.) ist der Urvater der Juden, Moslems und Christen. Er lernte, sein ganzes Vertrauen auf Gott zu setzen. Er lebte als Migrant im Überfluss, um anderen ungeachtet der Person, des Geschlechts, der Rasse oder der Glaubensüberzeugung zum Segen zu werden: „Alle Völker der Erde sollen durch dich gesegnet werden.“ Ganz gleich wie wir den Gott Abrahams heute nennen – Gott, Allah, Jahwe oder höhere Macht – er kann uns motivieren, die Ressourcen dieser Welt uneigennützig zu teilen. Er kann uns lehren, die Würde und die Werte eines jeden Menschenbürgers zu achten. Die Verbindung zu diesem Urvater und seinem „Gott“ kann Zukunft verändern. Sie bildet die Voraussetzung für ein neues Denken und Fühlen. Auf diese Weise kann das schreckliche Ereignis vom 11. September zum Impuls für eine bessere Welt dienen.

Machen wir mit dem Umdenken ernst, wird aus Hass Respekt, aus Verzweiflung Hoffnung, aus Wut Versöhnlichkeit. Ich fange damit an. Machen Sie mit?

Klaus – J. van Treeck, Präsident der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Norddeutschland

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