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59. Adventistische Weltsynode in Atlanta/USA

 

Adventistische Weltkirchenkonferenz in Atlanta – Was nun?

Ein Kommentar von Klaus van Treeck

07.07.2010/KvT. Der Flieger rollt in Atlanta auf die Startbahn. Mich bewegen die Eindrücke, die  ich während der 59. Generalkonferenz der weltweiten Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Atlanta, Georgia, USA sammeln konnte: ausgefüllte Tage mit Sitzungen im Wahlausschuss, glaubensstärkende Andachten, motivierende Berichte aus allen Teilen der weltweiten Adventgemeinde, die vielen Menschen unterschiedlicher Nationen, die Wahl und der Kurs unseres neuen Präsidenten, Gespräche mit deutschen Delegierten über ihre Eindrücke und Reaktionen. Ein plötzlicher Knall und kratzen von Metall auf Beton unterbricht meine Gedanken und Gefühle. Das Flugzeug rollt aus und steht. Reifenschaden an den Vorderrädern. Das Flugzeug rollt sicher an den Terminal zurück. Mit sieben Stunden Verspätung lande ich müde auf meinem Endflughafen. Was wäre passiert, wenn die Reifen beim Startvorgang oder bei der Landung geplatzt wären?  Wie gut, dass Gott seine Hand im Spiel hatte. Ich bin erleichtert und dankbar. Unter diesen Umständen ist es leichter zu verkraften, dass mein Gepäck verloren gegangen ist.

Mich bewegt die Frage, welche Bedeutung wir als deutsche Adventgemeinden unter der Leitung eines sendungsbewussten Weltkirchenpresidenten – der sich in Atlanta theologisch und organisatorisch klar positioniert hat -  zukünftig in unserer Weltkirche einnehmen können und wollen. Unsere Mitgliederzahl und unsere Wachstumsrate sind im Vergleich zur Gesamtkirche verschwindend klein – das gibt uns nicht viel Gewicht im Konzert der Kirche. Um weltweite Leitungsaufgaben zu übernehmen, müssten unsere Pastoren auch Erfahrungen in anderen Erdteilen gesammelt haben. Bleibt unser reformatorisches Erbe, mit dem wir unseren Schwestern und Brüdern der weltweiten Adventgemeinde dienen können. Mit diesem Erbe können wir Gläubigen in den schnell wachsenden Gebieten demütig dienen. In ihrer „Schamkultur“ können wir sie liebevoll begleiten, den Weg in die Freiheit des christlichen Glaubens zu entdecken. Jeder Christ darf selbst in der Bibel lesen, um Gott und seinen persönlichen Glauben zu finden. Die Heilige Schrift bedarf keiner Interpretation durch einen Geistlichen oder Kirchenfürsten. Niemand hat das Monopol auf alleinige Deutung des Glaubens. Die Tradition und das außerbiblische Schrifttum unterliegen alleine der Bewertung durch die Bibel. Die Gerechtigkeit ist ein Geschenk, dass Gott den Menschen durch den Glauben zukommen lässt: reine Gnade. Das Gewissen des Menschen darf nicht eingeengt werden. Der einzige Druck, der auf einen Menschen ausgeübt werden darf kommt von Christus. Diese Position teilen Luther und unsere Glaubensväter und Mütter miteinander. Uns für sie einzusetzen, ist unser Beitrag für die weltweite Adventkirche. Wie uns diese gelingen kann, das bewegt mich. Den angemessenen Weg dafür zu finden, darum bete ich. „…Er (der andere einengende Mensch) wird zunächst mildere Maßnahmen ergreifen, den anderen auf den nach seiner Meinung richtigen Weg zu bringen und, wenn die nicht fruchten, auch den Zwang nicht scheuen. Soweit es in seiner Macht liegt, wird er dem anderen seine Rechtsbegriffe aufzwingen. So haben es die Juden in den Tagen Christi gemacht, und nach ihnen die Kirche, sobald sie von der Gnade Christi nichts mehr wusste. Aller Macht der Liebe bar, hat sie sich des mächtigen Arms des Staates bedient, ihre Lehren und Erlasse durchzusetzen. Und das ist das Geheimnis aller Verfolgungen von Abel bis auf unsere Zeit. …Christus treibt nicht, sondern zieht die Menschen zu sich. Den einzigen Druck übt er durch seine Liebe aus.“ Ellen G. White, Das bessere Leben.

Das Telefon klingelt. Das verlorene Gepäckstück wird mir innerhalb der nächsten 45 Minuten ins Haus geliefert. Ich bin überzeugt, dass auch Gott seine Gemeinde sicher nach Hause bringen wird – zu einem Zeitpunkt, der alleine in seinen Händen liegt.

Klaus van Treeck, Präsident der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Norddeutschland

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