thematisches Seitenbild

Pfingsten – oder „Quo Vadis, Jesus?“

Ein Kommentar von Klaus van Treeck

Jesus spricht aus, was die Jünger nicht zu fragen wagten: „wo gehst du hin - Jesus?“ (Johannes 16,5). Voller Trauer und wie vernebelt nehmen die Jünger Jesu an diesem Abend die traurige Nachricht entgegen, dass Jesus sie in Kürze verlassen wird. Alles droht zu zerbrechen. Was wird aus uns, dieser jungen, ungefestigten spirituellen Gemeinschaft, wenn unser Herr und Gründer nicht mehr bei uns sein wird?

Aus unserer heutigen Sicht ist die Frage schnell zu beantworten. Die Säkularisierung hat das religiöse Leben und die Bedeutung religiöser Organisationen nachhaltig verändert. Sie macht es nahezu unmöglich, dass eine Kirche oder Glaubensgemeinschaft noch einmal so mächtig wie die katholische Kirche im Mittelalter wird oder wie es die Kirchen in den USA eine Zeit lang waren. Wenn die Kirche mit aller Kraft auf eine klare Trennung zwischen Kirche und Staat achtet, wird es der Religion auch in Zukunft gut tun. Was die Kirche dadurch an Macht verliert, wird sie an geistlicher Lebendigkeit und Attraktivität dazu gewinnen.

Wer Menschen eine freie Wahl lässt wird erleben, dass Menschen auf diese Freiheit mit der verbindlichen und engagierten Mitgliedschaft in einer Kirche reagieren. Andere bleiben auf einer geistlichen Reise - angepasst an ihre persönliche Mobilität und wechselnden Karrieren. Der Ruf nach der verlorenen Sicherheit einer Einheitskirche – die es doch nie wirklich gab – wird uns daran hindern, die Schönheit und Echtheit zu entdecken, die in einem lebendigen, nie endenden Wachstum religiöser Erfahrungen und Entdeckungen auf der Grundlage des Wortes Gottes liegt.

Was mich in dieser Meinung so sicher macht?  Es ist die Antwort, die Jesus damals seinen Jüngern gab: „Wenn ich weggehe… will ich euch den Tröster senden.“ Es ist der Geist Gottes, der Menschen zu Gott finden lässt. Er überzeugt. Er verändert Einstellungen und Verhalten. Gottes Geist macht die Kirche lebendig und attraktiv. Er führt zur Erkenntnis des Wortes Gottes. Er wird Gott in dieser Welt attraktiv machen. Darum musste Jesus seine Jünger verlassen und zu Gott gehen. Diese Überzeugung ist es, an die sich Christen am Pfingstfest erinnern.

Klaus – J. van Treeck

Präsident der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Norddeutschland

© Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland

ADRAAdventverlagAdvent-Wohlfahrtswerk Bundesstelle (AWW)Theologische Hochschule FriedensauHOPE ChannelKrankenhaus WaldfriedeMedienzentrum Stimme der HoffnungDeutscher Verein für Gesundheitspflege (DVG)Schulzentrum Marienhöhe