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Man kann nicht zwei Herren dienen - Zum Rücktritt des Bundespräsidenten Horst Köhler

Ein Kommentar von Klaus van Treeck

01.06.2010/KvT.Zuerst ist ganz Europa für uns Deutsche. Lena hat den Grand Prix gewonnen und unser aller Selbstwert gestärkt. Wir sind wer. Unsere Suche nach Helden ist erfolg-reich.

Dann tritt unser Bundespräsident zurück. Ohne Zensur durch seine Pressesprecherin wird er zum Antihelden. Fahnenflucht nennen einige seinen Rücktritt. Dabei hat er nur ausgesprochen, was viele von uns fühlen und wissen. Militärischen Auseinandersetzungen liegen nicht nur heldenhafte Motive zugrunde. Es geht auch immer um Macht, politische und wirtschaftliche Interessen. Haben wir denn wirklich geglaubt, dass wir als Deutsche für immer frei sind von der Versuchung, militärische Macht für unsere eigenen Ziele einzusetzen? Nein, wir sind keine Helden. Können wir deshalb der Meinung eines Bundespräsidenten nicht mit dem erforderlichen Respekt begegnen? Weil wir es nicht ertragen können, dass es keine wirklichen Helden gibt?

Es habe dem Bundespräsidenten breite politische Unterstützung gefehlt, wird vermutet. Trifft dies zu, dann zeigt sich wieder einmal, dass „niemand zwei Herren dienen kann.“ Dem eigenen Gewissen und der Macht, dem Mammon. Auch darum hat Herr Köhler meinen Respekt. Weil er sich dem Diktat der politischen Macht nicht länger beugen will.


Klaus-J. van Treeck, Präsident der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten im Norddeutschen Verband

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