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„Betroffene können am besten vermitteln“

21.01.2015 05:00 | APD | von Zentralredaktion

News des Adventistischen Pressedienstes

25 Jahre Suchtselbsthilfegruppe in Thalheim

Thalheim/Erzgebirge, 21.01.2015/APD   Die Küche in der Thalheimer Feldstraße 6 platzte aus allen Nähten, wenn Hans zur wöchentlichen Gruppenstunde in sein Haus einlud. Bis zu 33 Personen versammelten sich in dem Raum. Es war eng und die Luft schnell verbraucht. Doch wer kam, nahm das in Kauf. Denn hier konnte man reden: über das Trinken und die Schwierigkeiten, damit aufzuhören. Hier durfte man sich eingestehen: Wir sind Alkoholiker. Und wir brauchen Hilfe. Hans verstand sie alle. Er war selbst Alkoholiker – trocken inzwischen, weil ihm Jahre zuvor ein junger Mann begegnet war, der ihm gemeinsam mit anderen half, seine Sucht zu überwinden. Fortan stellte Hans seine Lebenskraft unermüdlich in den Dienst an alkoholkranken Menschen. Er war überzeugt: „Betroffene können am besten vermitteln.“

Sichtlich bewegt erinnerte der mittlerweile ergraute junge Mann von einst, Hartmut Mauersberger, einer der Leiter der Thalheimer Adventgemeinde der Siebenten-Tags-Adventisten, an den inzwischen verstorbenen Hans Golemo und die Anfänge der Selbsthilfearbeit vor mehr als 25 Jahren. Offiziell wurde die Gruppe am 3. Oktober 1989 gegründet.

„Für mich war das Jahr der politischen Wende in der DDR zugleich das Jahr meiner Lebenswende“, sagte Ursula, die bis heute zur Thalheimer Suchtselbsthilfegruppe gehört und sie über Jahre als Leiterin geprägt hat. Die ständig wachsende Zahl der Hilfesuchenden machte es bald erforderlich, die Gruppe zu teilen, wusste sie zu berichten. Zeitweise trafen sich bis zu 80 Personen in drei Gruppen. Heute zählt die Gruppe etwa 25 Teilnehmer. Für viele von ihnen sei sie zur unverzichtbaren Heimat geworden, weil es gemeinsam besser gelinge, was allein ungleich schwerer falle.

Über die vergangenen 25 Jahre gab es Nachdenkliches und Dankbares zur gemeinsam erlebten Zeit und für die erfahrene Unterstützung auf dem harten, bisweilen von Rückschlägen gepflasterten Weg aus der Sucht zu berichten. „Du säufst dich sowieso kaputt!“, wurde Andreas nach einem erneuten Rückfall beschieden. Beim Erzählen dieser Geschichte sah man seinem verschmitzt lächelnden Gesicht an, wie stolz er darauf ist, sich dieser „Prophezeiung“ erfolgreich widersetzt zu haben. Seit einigen Jahren leitet er die Thalheimer Selbsthilfegruppe.

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