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Bericht zur Religionsfreiheit 2015 in 223 Ländern und Territorien

28.10.2015 21:31 | APD | von Zentralredaktion

News des Adventistischen Pressedienstes

Silver Spring, Maryland/USA, 28.10.2015/APD   Der am 19. Oktober von der Abteilung für Außenbeziehungen und Religionsfreiheit (Public Affairs & Religious Liberty, PARL) der adventistischen Weltkirchenleitung publizierte Bericht zur Religionsfreiheit in 223 Ländern und Territorien der Welt stellt fest, dass viele Regierungen die Religionsfreiheit zunehmend restriktiver und weniger beständig gewähren. Besondere Herausforderungen stellten sich Adventisten und anderen religiösen Minderheiten in Ländern, in denen ein starker religiöser Fundamentalismus vorherrsche, sowie von Seiten nichtstaatlicher Akteure wie Terrororganisationen und Milizen.

Der seit 1999 neunte erschienene und nach 223 Ländern und Territorien gegliederte globale Bericht zur Religionsfreiheit sei aus dem Blickwinkel einer religiösen Minderheit verfasst worden, zu der die weltweit 18,8 Millionen Siebenten-Tags-Adventisten in vielen Ländern gehörten, teilte Adventist Review (AR, nordamerikanische Kirchenzeitschrift) mit.

Da die evangelische Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten den biblischen Ruhetag, den Sabbat (Samstag), feiert, gehe es im Bericht auch um die Gewährung der Sabbatfreiheit für adventistische Schüler, Studenten und Angestellte in allen Ländern der Welt.

Religiöser Fundamentalismus schränkt oft Religionsfreiheit ein

Laut dem Bericht litten Adventisten und andere religiöse Minderheiten in Zentralasien sowie in Ländern mit starkem religiösem Fundamentalismus, egal ob hinduistischer, buddhistischer oder moslemischer Ausprägung, unter besonders bedrückenden Verhältnissen.

Düstere Situation trotz weltweiter Förderung der Religionsfreiheit

„Trotz einer beispiellosen globalen Mobilisierung zur Förderung der Religionsfreiheit bleibt der Zustand der Religionsfreiheit in der Welt düster“, und es gebe Millionen von Menschen, die darunter litten, sagte Pastor Ganoune Diop, Direktor der Abteilung für Außenbeziehungen und Religionsfreiheit der adventistischen Weltkirchenleitung bei der Präsentation des Berichts. „Es sind dies Männer und Frauen, die sich bewusst entschieden haben, treu zu ihrem Glauben und Gewissen zu stehen, sowie keine Kompromisse einzugehen“.

Nichtstaatliche Akteure bedrohen Religionsfreiheit

Ernüchternd sei laut Diop auch die in vielen Regionen schnell zunehmende Bedrohung der Religionsfreiheit durch nichtstaatliche Akteure wie Terrororganisationen und Milizen.

223 Länderberichte zur Religionsfreiheit

Der Bericht enthält in der Einleitung zu jedem Land eine Übersicht zur politischen und sozialen Lage, sowie der entsprechenden Gesetzgebung, den Vorkehrungen zum Schutz der Religionsfreiheit und eine Zusammenfassung der Erfahrungen der Siebenten-Tags-Adventisten im entsprechenden Zuständigkeitsbereich.

Deutschland

Nach Angaben des Berichts könnten die 560 Kirchgemeinden der Adventisten in Deutschland, sowie deren Institutionen (Krankenhäuser, Schulen, Medienzentrum) im Allgemeinen ungehindert arbeiten. Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten könne in aller Freiheit evangelisieren und sei Gastmitglied in der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Deutschland. Das Einhalten des Sabbats (Samstag) biete werktätigen Adventisten dennoch teilweise Probleme.

Österreich

Obwohl die österreichische Regierung die Ausübung der Religionsfreiheit respektiere, beklagen sich nach Angaben des Berichts religiöse Minderheiten über einen zweitklassigen Status als „religiöse Bekenntnisgemeinschaft“. Die 50 adventistischen Kirchgemeinden mit rund 4.100 Mitgliedern in Österreich sowie die Institutionen der Kirche könnten ungehindert funktionieren. Da die adventistische Kirche in Österreich aber als „religiöse Bekenntnisgemeinschaft“ eingestuft sei und nicht als eine der vierzehn „gesetzlich anerkannten Kirchen und Religionsgesellschaften“, erhalte sie für ihre Privatschulen keine staatliche Finanzierung, wie die anerkannten Kirchen. Adventisten in Österreich haben laut dem globalen Bericht zur Religionsfreiheit 2015 in der Vergangenheit des Öfteren ihre Arbeitsstelle wegen dem Einhalten des Sabbats als Ruhetag verloren. Es hätten aber auch Lösungen getroffen werden können, welche die Anliegen von Arbeitgeber und Arbeitnehmer befriedigt hätten.

Schweiz

Auch in der Schweiz könnten die rund 4.500 Adventisten in 51 Kirchgemeinden ungehindert Gottesdienste feiern und ihre Institutionen führen, heißt es im Bericht zur Religionsfreiheit 2015. Bei der Organisation von öffentlichen Evangelisationen gebe es manchmal Probleme, passende Veranstaltungsräume mieten zu können.

Der adventistische globale Bericht zur Religionsfreiheit 2015 wolle die gegenwärtigen Herausforderungen dokumentieren, so Ganoune Diop, sei aber auch Ausdruck der langjährigen Anerkennung der Religionsfreiheit durch die Adventisten als grundlegendem Menschenrecht, das die Basis für alle anderen Freiheiten bilde.

Der englische Bericht zur Religionsfreiheit 2015 in 223 Ländern der Welt steht als PDF kostenlos zum Download bereit: irla.org/world-report-2015.pdf

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Der Text kann kostenlos genutzt werden. Veröffentlichung nur mit eindeutiger Quellenangabe „APD“ gestattet!

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